Mit dem Auto in die Ferien: die Fünf-Finger-Regel

Mit dem Auto in die Ferien: die Fünf-Finger-Regel

Endlich Ferien! Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, muss an vieles denken. Mit der Fünf-Finger-Regel fahren Sie immer gut – und zwar überall in Europa.

Wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug über die Grenzen fahren, sollten Sie wissen, welche Spielregeln in Ihrem Reiseland gelten. So vermeiden Sie Ärger bei einer Panne oder einem Unfall. Noch besser: Sorgen Sie dafür, dass es erst gar nicht so weit kommt – indem Sie das Auto vorab gut überprüfen und es richtig beladen.

Die Fünf-Finger-Regel hilft Ihnen, nichts zu vergessen.

Auto-Check: Bringen Sie alles in Form


Nicht nur Sie müssen fit sein für die Reise, sondern auch Ihr Auto. Bringen Sie es deshalb rechtzeitig vor den Ferien in die Garage. Eine vergessene Badehose können Sie notfalls nachkaufen. Wenn sich aber unterwegs der Motor festfrisst, weil Sie den Ölstand nicht gemessen haben, haben Sie ein ganz anderes Problem. Ausserdem verlagert sich das Gewicht eines schwer beladenen Autos nach hinten, was einen Einfluss auf die Scheinwerfereinstellung, den Reifendruck und das Fahr- sowie Bremsverhalten haben kann.

Pannen im Ausland kosten viel Zeit und Geld.

Beladung: Schweres unten, Leichtes oben


Überlegen Sie sich, was Sie mitnehmen wollen – und davon packen Sie am besten nur die Hälfte ein. Kluge Reisende laden die schweren Gepäckstücke ganz unten ein und legen die leichteren Sachen obendrauf. Wichtig: Falls es knallt, dürfen keine losen Gegenstände durchs Auto fliegen, das könnte fatal enden. Wenn notwendig, können Sie Gepäck auch festbinden. Und falls Sie den Kofferraum höher beladen als bis zur oberen Kante des Rücksitzes, sollten Sie ein Trennnetz verwenden.

Aufgepasst: Das voll beladene Auto ist schwerfälliger

Kennen Sie das Gefühl nach einem üppigen Essen? Man wird lahm und träge. Genauso geht es dem Auto. Wenn es voll beladen ist, reagiert es schwerfälliger, auch beim Bremsen. Wenn Sie Gepäck auf dem Dach haben, verändert sich ausserdem das Kurvenverhalten und das Auto kann instabiler werden. Fahren Sie deshalb in Kurven etwas langsamer und vermeiden Sie scharfes Bremsen.

Ein voll beladenes Auto ist so schwerfällig wie ein Bär in der Manege.

Ausrüstung: Diese drei müssen mit


Damit es bei Verkehrskontrollen keinen Ärger gibt, müssen Sie wissen, welche Sicherheitsgegenstände in Ihrem Reiseland obligatorisch sind – und welche in den Durchfahrtsländern. Ein Pannendreieck, der Erste-Hilfe-Kasten und ein CH-Aufkleber sind überall Pflicht.


In den meisten Ländern muss man auch eine Warnweste für jeden Reisenden mitnehmen, empfohlen ist sie überall. Ausserdem wird in vielen deutschen und italienischen Innenstädten eine Umweltplakette verlangt. Und in Frankreich muss sogar ein Alkoholschnelltester mitgeführt werden. Informieren Sie sich unbedingt über die Ländervorschriften. Das gilt vor allem, falls Sie Tiere mitnehmen. Mehr Details finden Sie auf den Internetseiten der Verkehrsklubs.

Mit Pannendreieck, Erste-Hilfe-Kasten und CH-Aufkleber kommen Sie in allen Ländern gut an.

Dokumente: Mit diesen vier fahren Sie sicher


Stellen Sie sicher, dass Sie die folgenden vier Dokumente unterwegs stets griffbereit haben:

  1. die sogenannte Grüne Karte,
  2. Ihren Führerausweis,
  3. den Fahrzeugausweis und
  4. ein Unfallprotokoll.



Das Letztgenannte am besten in zwei Versionen:
in der eigenen Sprache und in der des Reiselandes.

Ihre Grüne Karte verlängert sich nicht stillschweigend.

Mit der Grünen Karte dokumentieren Sie, dass Ihr Auto oder Motorrad über eine Haftpflichtversicherung verfügt. Allerdings nur, wenn sie gültig ist. Viele erhalten die Grüne Karte gleichzeitig mit der Police. Doch im Gegensatz zur Motorfahrzeugversicherung verlängert sie sich nicht stillschweigend. Oben links steht die Gültigkeitsdauer. Behalten Sie diese im Auge, wenn Sie schon länger als ein Jahr bei der gleichen Versicherungsgesellschaft sind.

 

Speichern Sie die Servicenummer Ihrer Versicherung im Mobiltelefon. Dann ist sie immer griffbereit.

Ihr Führerausweis beweist, dass Sie Auto fahren dürfen, der Fahrzeugausweis zeigt an, dass das Fahrzeug tatsächlich Ihnen gehört. Diese Informationen sind bei einem Unfall wichtig, damit der Geschädigte seine Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend machen kann. Auch noch wichtig ist das Unfallprotokoll, damit für die spätere Schadenabwicklung Klarheit besteht.
 

Neben dem Unfallprotokoll ist es auch sinnvoll, Fotos vom Unfallort und von den Schäden zu machen.

Aufgepasst: Wer mit dem Auto seiner Eltern oder eines Freundes in die Ferien fährt, sollte unbedingt eine Vollmacht des Fahrzeughalters bei sich haben. Ansonsten könnten die Beamten einen Diebstahl vermuten. Der TCS bietet weitere Informationen und eine Vorlage für die Bewilligung: Mit geliehenem Fahrzeug ins Ausland (TCS).

 
Übrigens: Gewisse Länder verlangen einen internationalen Führerschein. Klären Sie, ob das auch bei Ihrem Reiseziel der Fall ist. Überhaupt ist es empfehlenswert, sich zu allen fünf Punkten über genaue Regeln des Reiselandes zu informieren. Ausser beim letzten Thema: Alkohol am Steuer. Dort gibt es nur eine Empfehlung: Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind.

Alkohol am Steuer: Nein, danke!


In den meisten europäischen Ländern gilt zwar eine Promillegrenze von 0,5. Doch am besten gehen Sie auf Nummer sicher und konsumieren überhaupt keinen Alkohol. Denn die Promillegrenze des jeweiligen Landes ist nur ein Indiz für die Einstellung der Regierung gegenüber Fahren unter Alkoholeinfluss. So wirken zum Beispiel die Briten mit einer Promillegrenze von 0,8 locker und bekanntlich haben sie einen guten Humor. Doch bei zu viel Alkohol am Steuer hört auch dort der Spass auf – da können durchaus 5’000 bis 10’000 Schweizer Franken fällig werden. Und in Italien oder Dänemark kann Ihr Auto unter Umständen sogar zwangsversteigert werden. Ausserdem ist es möglich, dass bei Fahren unter Alkoholeinfluss im Schadenfall die Leistungen gekürzt werden, auch wenn die Promillegrenze des jeweiligen Landes nicht überschritten wurde.


Übrigens haben die meisten Länder im Norden und Osten ohnehin schärfere Vorschriften: In Serbien etwa gilt eine Grenze von 0,3 Promille, in Norwegen, Schweden und Polen sind es 0,2 Promille und beispielsweise in Ungarn, Rumänien, der Slowakei und der Tschechischen Republik sogar 0 Promille. Deshalb: Trinken Sie ruhig ein Glas Wein zum Essen – aber lassen Sie das Auto anschliessend stehen.


Wir wünschen Ihnen schöne Ferien und eine sichere Fahrt.

Bei Fahren unter Alkohol hat der Ferienspass ein Ende – und zwar in jedem Land.

Flipflops im Auto?

Auch wenn Sie in den Ferien zuhause bleiben, ist Vorsicht ein guter Reisebegleiter.

Eben mal schnell aus der Badi nach Hause fahren. In Bikini, Strandkleid und Flipflops. Es sind ja nur fünf Minuten. Lieber nicht. Denn auch die kürzeste Fahrt kann langfristige Folgen haben – wenn der Fuss von der Bremse rutscht und deshalb ein Unfall passiert. Deshalb rät Zurich-Schadenchef Ralph Echensperger allen Autofahrern, auch für den Badi-Rückweg feste Schuhe anzuziehen. Die Unfallgefahr ist einfach zu gross.

Und ausserdem kann es zu unerfreulichen Diskussionen kommen: Stellt sich heraus, dass der Unfall wegen Barfussfahren oder Flipflops passiert ist, hat die Versicherung das Recht, den Unfallverursacher an den Kosten zu beteiligen. Je nach Situation kann es sogar rechtliche Konsequenzen geben.

Deshalb rät Ralph Echensperger: «Fahren Sie mit festen Schuhen und wechseln Sie erst beim Aussteigen auf die Flipflops.»