Zurich Care Management: Unterstützung in der Ausnahmesituation

Malerin an Staffelei

Zurich Care Management: Unterstützung in der Ausnahme­situation

Der erzwungene Rückzug in die eigenen vier Wände belastet viele Menschen. Deshalb unterstützen die Experten des Zurich Care Management aktuell per Videokonferenz, Telefon oder E-Mail.
Normalerweise begleitet das Zurich Care Management Mitarbeitende von Firmen­kunden nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung zurück ins Berufsleben. In der aktuellen Ausnahme­situation gewinnt die präventive Unterstützung im Sinne eines Care Managements an Bedeutung – die Experten unterstützen per Video­konferenz, Telefon oder E-Mail. Die Gründe, warum jemand das Gespräch sucht, sind dabei so vielfältig wie die aktuelle Lebenssituation der Menschen:

KMU-Unternehmer: Perspektiven finden

Viele KMU-Unternehmer haben grosse Existenzängste, weil sie entweder Ihr Unternehmen zurzeit schliessen müssen oder die Kunden ausbleiben. Das ist eine reelle Bedrohung, die viele psychisch belastet. Oft wirken sich diese Sorgen auf die ganze Familie aus, weil zu viele Stress­faktoren zusammenkommen.

Fünf Tipps für KMU-Unternehmer

  • Klären Sie ab, welche Unter­stützungs­möglich­keiten Sie von staatlicher Seite, aus Ihrem Berufs­verband oder von Ihrer Bank in Anspruch nehmen können. Zögern Sie nicht, alle Hilfen zu nutzen, die Ihnen zur Verfügung stehen – finanziell, aber auch emotional oder ganz praktisch.
  • Vernetzen Sie sich mit anderen Unter­nehmern in einer ähnlichen Situation, tauschen Sie sich aus und entwickeln Sie gemeinsam Ideen, zum Beispiel für Lieferdienste, Online-Services oder Bezahlen per App.
  • Halten Sie Kontakt zu Ihren Mitarbeitenden, die durch die schwierige Situation ebenfalls belastet sind. Versuchen Sie, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. 
  • Nutzen Sie die Zwangs­pause, um all das zu tun, wofür Sie bislang zu wenig Zeit hatten, zum Beispiel Buchhaltung, Homepage oder Marketing­planung. So sind Sie sofort startklar, sobald Sie wieder operativ loslegen können. Denn die Ausnahmesituation wird hoffentlich schon bald vorbei sein.
  • Gleichzeitig kann die erzwungene Auszeit auch für Sie eine Chance sein, einen Gang herunter­zufahren, zur Ruhe zu kommen und mehr Zeit für die Familie und die Partner­schaft zu haben. So können Beziehungen zu anderen Menschen wieder eine ganz neue Qualität bekommen.

Alleinstehende: Kontakt mit der Welt aufnehmen

Für Alleinstehende ist es aktuell oft besonders schwierig, dass sie mit ihren Ängsten alleine sind, sich isoliert und einsam fühlen. Vielleicht ist jemand zum ersten Mal in eine eigene Wohnung gezogen und traut sich jetzt nicht mehr, die Eltern zu besuchen. Andere waren bisher häufig mit Freunden im Ausgang und ihnen fällt jetzt die Decke auf den Kopf. Selbst beim Einkaufen ist die Stimmung vielerorts angespannt und überall muss man Abstand halten – das verstärkt das Gefühl, allein zu sein. 

Fünf Tipps für Alleinstehende

  • Halten Sie Kontakt mit anderen Menschen: Führen Sie mit dem netten Nachbarn ein Gespräch von Balkon zu Balkon, telefonieren Sie regel­mässig mit Freunden oder vernetzen Sie sich über Internetforen. 
  • Bieten Sie Menschen in Ihrer Umgebung Ihre Unterstützung an: Können Sie eine Team­kollegin mit Kindern bei gewissen Aufgaben entlasten? Per Facetime mit dem Göttibub Englisch lernen? Oder die Gartenarbeit für den Nachbarn übernehmen, der seine kranke Partnerin pflegt?
  • Gerade für Allein­stehende ergeben sich nun auch Freiräume. Nutzen Sie die neuge­wonnene Zeit, um ein vernachlässigtes Hobby zu pflegen, etwas Neues zu lernen oder Ihre Wohnung umzudekorieren.
  • In Ihrem Leben wurde gerade der Pausenknopf gedrückt. Das ist auch eine Chance, sich zu fragen: Was ist mir wirklich wichtig? Was wünsche ich mir vom Leben? Und was muss ich tun, um meine Träume zu verwirklichen? 
  • Machen Sie sich immer wieder bewusst: Wir befinden uns aktuell in einer Ausnahme­situation, die aller Voraussicht nach relativ bald vorübergeht. Zögern Sie gleichwohl nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Belastung zu gross wird. 

Berufstätige Eltern: Überforderung verhindern

Berufstätige Eltern können an ihre Belastungs­grenze kommen, weil oft alle Optionen für eine Kinder­betreuung weggefallen sind. Das gilt in verschärftem Masse für Alleiner­ziehende oder solche, deren Partner zum Beispiel im medizinischen Bereich arbeitet. Doch auch wenn beide Elternteile plötzlich 24 Stunden zuhause sind, können Konflikte entstehen. Hinzu kommt bei vielen noch der Stress­faktor Home­schooling, wo sie in eine Lehrerrolle kommen.

Fünf Tipps für berufstätige Eltern

  • Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wie Sie eine Balance zwischen Arbeit und Familie schaffen können. Für Mitarbeitende, die wegen Kinder­betreuung vorübergehend ihr Pensum reduzieren müssen, kann bei der Ausgleichskasse eine Erwerbs­ausfallent­schädigung beantragt werden.
  • Gerade jetzt können Sie nicht an jeder Front perfekt sein: Ihre Haarfarbe ist heraus­gewachsen? Die Dusche ist verkalkt? Im Schlafzimmer stapelt sich die Bügelwäsche? Lassen Sie Fünf gerade sein und konzentrieren Sie Ihre Kräfte auf das, was wirklich wichtig ist. 
  • Bieten Sie den Kindern einen möglichst klaren Tages­rhythmus und belohnen Sie sie, wenn alles gut klappt – zum Beispiel mit dem Lieblings­mittagessen oder einem coolen Film nach den Schul­aufgaben. Müssen Sie morgens arbeiten und Ihre Kinder schaffen es nicht, sich alleine zu motivieren? Vielleicht läuft es nachmittags oder am frühen Abend gemeinsam besser 
  • Um in Situationen der Über­forderung gewaltsame Konflikte zu verhindern, ist es wichtig, die Wut anders abzubauen: Ins Badezimmer gehen und schreien? Zehn Minuten Rennen? Oder mit Kopfhörer laut Musik hören? Hauptsache, es geht Ihnen nachher wieder besser.
  • Versuchen Sie, trotz allem Stress auch schöne gemeinsame Momente als Familie zu geniessen. Gerade für Geschwister kann das erzwungene Zuhause­bleiben eine Chance sein. Und schaffen Sie für sich selbst kleine «Ich-Momente», und sei es nur ein warmes Bad am Abend.

Menschen mit Ängsten: Sich nicht von den Sorgen beherrschen lassen

Die permanente Berichterstattung über das Virus belastet vor allem feinfühlige Menschen. Bei vielen herrscht grosse Sorge, selbst zu erkranken oder jemand Gefährdeten anzustecken. Auch bestehende Ängste oder sonstige psychische Belastungen können sich in dieser Ausnahmesituation verstärken. 

Fünf Tipps für Menschen mit grossen Ängsten

  • Die aktuelle Situation ist faktisch beunruhigend und es ist natürlich, dass Ihnen das Sorgen macht. Doch entscheidend ist, dass die Ängste Ihr Leben nicht komplett beherrschen. Falls die Gedanken nur noch um das Virus kreisen oder Sie aus Angst nicht mehr schlafen können, sind das Alarmzeichen.  Suchen Sie dann unbedingt Unter­stützung – in der Familie, bei Freunden oder auch bei Beratungs­stellen oder einem Psychologen. 
  • Viele Menschen gehen draussen mit der Notwendigkeit für körperliche Distanz auch emotional auf Abstand. Aber der Mann, der im Supermarkt die Regalreihe wechselt, meint das nicht persönlich: Er hat wahrscheinlich dieselben Sorgen wie Sie. Vielleicht können Sie mit einem Lächeln die Situation entschärfen.
  • Schotten Sie sich nicht komplett ab, sondern bleiben Sie mit anderen Menschen in Kontakt – das ist auch auf Abstand möglich. Sorgen Sie ausserdem für ausreichend Bewegung. Sie stärkt nicht nur Ihre Abwehr­kräfte, sondern baut auch Stress ab und hebt die Stimmung.
  • Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihr Ansteckungsrisiko mit den Sicherheits­massnahmen des BAG reduzieren können. Die Schweiz verfügt über einen der höchsten Lebensstandards weltweit und über ein hervorragendes Gesundheitssystem. 
  • Tun Sie sich ganz bewusst etwas Gutes, hören Sie schöne Musik, gönnen Sie sich Pralinen, schauen Sie eine Komödie an oder setzen Sie sich auf dem Balkon in die Sonne. Auch in Zeiten von Corona gibt es positive Momente – und die darf es auch geben.

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