Auch Autos sind vor Hackern nicht mehr sicher

Auch Autos sind vor Hackern nicht mehr sicher

Den meisten Menschen ist bewusst, dass im Internet viele Gefahren lauern: Eine Hackerattacke auf das Firmennetzwerk oder den privaten Computer ist jederzeit möglich. Was kaum jemand weiss: Auch Autos können zum Angriffsziel von Hackern werden – je mehr Elektronik sie haben und je vernetzter sie sind, desto grösser wird die Gefahr.

Zurich hilft, wenn Hacker auf Ihr Fahrzeug zugreifen

Einfach losfahren und Gas geben – am Steuer meines Autos bestimme ich, wo es langgeht.

Aber was wäre, wenn plötzlich jemand anders die Kontrolle übernimmt? 
Ein allfälliger Diebstahl mithilfe von Hacking ist bereits bei der Teilkasko der Motorfahrzeugversicherung mit abgesichert. Darüber hinaus hat Zurich in der Autoversicherung einen neuen Zusatzbaustein „Cyber-Angriff“ lanciert. 

Dieser übernimmt die Kosten, wenn

  • ein Hackerangriff Ihre Autosoftware beschädigt oder zerstört
  • Ihr Fahrzeug wegen Hacking unbenutzbar wird oder die Funktionen eingeschränkt sind
  • die Software oder das Steuergerät Ihres Autos wiederhergestellt werden müssen.
 

Albtraum oder Realität? 

  1. Wenn das Auto streikt

    Heute bin ich extrem in Eile, denn ich habe ein Vorstellungsgespräch. Ich will den Motor starten und losfahren, aber da tut sich nichts. Stattdessen sehe ich einen Schriftzug im Cockpit-Display. Als ich den Inhalt lese, fängt mein Herz an zu rasen: „Möchten Sie, dass Ihr Auto wieder fahren kann? Dann sollten Sie besser zahlen…“
  2. Geisterstimme aus dem Navi

    Ich bin mit dem Auto unterwegs zur Arbeit und stehe mal wieder im Stau. Auf einmal schaltet sich das Navigationsgerät ein. Doch die freundliche Stimme will mir keine Umleitung weisen, sondern informiert mich: Mein Fahrzeug wurde gehackt und wird nun stillgelegt.
  3. Mein Auto spielt verrückt

    Auf der Autobahn nach Bern habe ich ausnahmsweise freie Fahrt. Ich fahre mit mehr als 100 Stundenkilometern, als sich plötzlich die Warnblinkanlage einschaltet und alle Fenster herunterfahren. Aufgeregt lenke ich auf den Pannenstreifen und fluche: Ist mein Auto verrückt geworden? Da leuchtet eine Schrift im Display meines Navigationssystems auf: „YOU HAVE BEEN HACKED!“

Diese Geschichten stammen nicht aus einem James Bond-Film und auch nicht aus einem Science Fiction-Roman, sondern solche Szenarien sind bereits heute technisch möglich und durchaus vorstellbar.

Autos sind fahrende Computer

Vorbei sind die Zeiten, als sich mit technischem Verstand und einem Schraubenschlüssel so ziemlich alles an einem Auto reparieren liess: Heute sind Motorfahrzeuge fahrende Computer, viele Funktionen werden elektronisch gesteuert. Ausserdem sind moderne Autos in der Regel vernetzt. Im Alltag vergessen wir Nutzer oft, dass das GPS die Stauinformationen in Echtzeit ja irgendwoher erhält, dass die Freisprechanlage nur funktioniert, weil die Software des Autos per Bluetooth aufs Handy zugreift oder das Unfall-Assistenzsystem „eCall“ das Fahrzeug jederzeit orten kann.

Vernetzung macht verletzlich

Diese Vernetzung macht die Fahrzeuge verletzlich. Und je intensiver die Fahrzeuge digital aufgerüstet und mit Netzwerken verbunden sind, desto mehr Angriffsmöglichkeiten haben Hacker: Deren Motivation kann es sein, Autos zu stehlen, indem sie das Zugangssystem manipulieren. Als anderes Ziel ist es denkbar, dass Hacker die Software des Autos lahmlegen und eine Lösegeldzahlung erpressen. „Richtig interessant wird es vor allem dann, wenn Cyberkriminelle bei dieser Gelegenheit auch wichtige private Daten des Halters blockieren“, kommentiert Patrick Brielmayer, IT-Sicherheitsexperte und selbst ehemaliger Hacker.

Ein Katz-und-Maus-Spiel

Vor kurzem haben Sicherheitsexperten Schwachstellen in der IT einer renommierten Automarke entdeckt und sich Zugang zu den Fahrzeugen verschafft. „Nach meiner Überzeugung ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch Lösegeldforderungen stattfinden“, so Philip Herger, Leiter Produktmanagement Motorfahrzeuge bei Zurich Schweiz. „Zwar rüsten die Autohersteller ständig auf, doch die Hacker finden immer wieder neue Sicherheitslücken, genau wie bei Computern und Handys. Deshalb möchten wir unsere Kunden schon heute vor den Folgen dieser neuen Gefahr schützen.“ 

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