Eishockey: smart sein, smart spielen, smart schützen

Eishockey: smart sein, smart spielen, smart schützen

Es ist in aller Munde – der Eishockey-Natistürmer Nino Niederreiter macht mit seinem blauen Lächeln Werbung für Zurich. Doch hinter seinem Lächeln steckt mehr als nur eine Autoversicherung: Ein Mundschutz kann sich für Eishockeyspieler als unentbehrlich erweisen.

Das Eishockey Nationalteam legt diese Saison nochmals einen Zahn zu: Die Natispieler begeben sich neuerdings mit einem blauen Mundschutz aufs Eis. Bei diesem gemeinsamen Feldzug von Zurich und Swiss Ice Hockey handelt es sich jedoch um mehr als um den eitlen Versuch, strahlend weisse Zähne zu bewahren. Mit dieser eisblauen Aktion soll verdeutlicht werden, wie wichtig der richtige Schutz für Eishockeyspieler ist. Egal ob Profi oder Anfänger, ob im Training oder während einem Natispiel – ein Mundschutz gehört zum Eishockey wie der Schienbeinschoner zum Fussball, der Knieschutz zum Volleyball oder der Helm zum Skisport.

Blauer Schutz für weisse Zähne

Ein Eishockeyspieler ohne Mundschutz kann im Laufe seiner Sportkarriere durchaus den einen oder anderen Zahn verlieren, was keine Seltenheit ist. Denn schon ein relativ leichter Schlag auf den Mund kann einen Zahnbruch zur Folge haben.

Ein Mundschutz schützt mehr als nur die Zähne.

Ein guter Mundschutz kann das Risiko von Zahnschäden um bis zu 60 Prozent reduzieren. Deshalb empfiehlt Dr. med. Jean-Claude Küttel, Teamarzt der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, allen Spielern ab acht Jahren einen Mundschutz.

Mundschutz kann Gehirnerschütterungen vermindern

Eishockeyspieler haben einen echten Zahn drauf: Sie spielen eine der schnellsten und körperbetontesten Sportarten der Welt. Auch wenn die Spieler noch so fair und respektvoll spielen, gibt es immer wieder heftige Zusammenstösse. So setzt zum Beispiel der Nativerteidiger Dominik Schlumpf oft seinen ganzen Körper ein, um einen Puck abzuwehren. Das gehört zum Spiel wie das Brot zum Bäcker.

Bei einem scharfen Schuss kann ein Puck eine Geschwindigkeit von ungefähr 160 Stundenkilometern erreichen.

Bei einem scharfen Schuss kann ein Puck eine Geschwindigkeit von ungefähr 160 Stundenkilometern erreichen, was bei einem Aufprall am Unterkiefer zum Zusammenschlagen der Zähne führen kann. «Deshalb ist der Zahnschutz wichtig. Er dämpft den Aufprall der Zähne, indem er die Energie über den Kiefer verteilt», erklärt Küttel. «Und je besser die Energie von Schlägen oder abrupten Bewegungen des Kopfes abgedämpft wird, desto weniger bewegt sich das Gehirn. Somit kann die Gefahr einer Gehirnerschütterung reduziert werden.» Der Arzt weist jedoch gleichzeitig klar und deutlich darauf hin, dass ein Zahnschutz zwar einer Gehirnerschütterung vorbeugen, sie jedoch nicht verhindern kann.

Mundschutz nach Mass

Eine Gehirnerschütterung heilt bei einer korrekten Behandlung in den allermeisten Fällen folgenlos ab. Dennoch ist sie eine ernst zu nehmende Verletzung. Heute ist dies bekannt und es werden viele präventive Massnahmen ergriffen: So muss zum Beispiel der Eishockeynachwuchs bis zum 18. Lebensjahr den Vollgesichtsschutz tragen und für 18- bis 20-Jährige ist der Mundschutz Pflicht. Ausserdem zeigen Aufklärungs- und Überzeugungsmassnahmen von Swiss Ice Hockey ihre Wirkung, denn auch ohne Verpflichtung tragen viele Spieler aus freien Stücken einen Mundschutz. Dies bemerkt auch Küttel: «Bei der Nationalmannschaft tragen die meisten einen Mundschutz.» Die beiden Natispieler Dominik Schlumpf und Lino Martschini gehen dafür sogar vor der Kamera zum Zahnarzt, um sich einen blauen Zahnschutz von Zurich anfertigen zu lassen.

Braucht mein Kind einen Mundschutz nach Mass?

Erwachsene tragen üblicherweise ein Modell nach Mass, für Jugendliche hingegen reicht ein Standardmodell. Der Teamarzt der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, Dr. med. Jean-Claude Küttel, empfiehlt jedoch auch Kindern und Jugendlichen ein Modell nach Mass, das jeweils mit dem Wachstum des Kindes jährlich überprüft werden sollte. Übrigens: Es gibt auch Zahnschutz für Spangenträger. Diesen kann man beim Zahnarzt anfertigen lassen.