Schlagen Sie der Grippe ein Schnippchen

Schlagen Sie der Grippe ein Schnippchen

Sie gehört zum Winter wie Weihnachten, frühe Dunkelheit und Hochnebel: die jährliche Grippewelle. Und wenn man eine Grippe erstmal hat, wird man sie so schnell nicht wieder los. So schützen Sie sich und andere.

Theoretisch ist die Grippe eine verhältnismässig harmlose Viruserkrankung der Atemwege. Sie tritt zwischen Dezember und März in Wellen auf und die Betroffenen können die Krankheit meistens innerhalb von einigen Tagen auskurieren. Allerdings ist die Ansteckungsgefahr hoch. Deshalb hat die Grippe auch volkswirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung. Und für bestimmte Personengruppen kann die Erkrankung sogar gefährlich werden.

Gefahr für Risikogruppen

Die Komplikationen einer Grippe können für Risikogruppen wie Ältere, Schwangere, Kleinkinder oder Menschen mit Autoimmun-Erkrankungen riskant sein, wenn beispielsweise Lunge, Gehirn oder Herzmuskel angegriffen werden. Umso wichtiger ist es, sich vor einer Ansteckung zu schützen – für Ihre eigene Gesundheit und aus Rücksicht auf andere.

So werden die Viren übertragen

Wer sich schützen will, muss wissen, wie die Krankheit übertragen wird: Einerseits gelangen die Viren über kleinste Tröpfchen von Mensch zu Mensch, wenn sie beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft geraten und von anderen wieder eingeatmet werden. Oder die Viren werden über eine Kette von Berührungen überreicht. Das nennt sich auch Schmierinfektion. Sie passiert zum Beispiel beim Händeschütteln. Ausserdem setzen sich die Viren auf glatten Oberflächen wie Türgriffen oder Treppengeländern fest. Dort können sie bis zu zwei Tage lang überleben. Die Erreger können also während der Grippemonate quasi überall lauern. Dennoch können Sie sich schützen – wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen:

So schützen Sie sich vor Ansteckung

Hygiene: Jetzt besonders wichtig

Waschen Sie sich mehrfach täglich die Hände mit Seife oder desinfizieren Sie diese. Denn bei Umarmungen, Händeschütteln, beim Türöffnen oder z.B. beim Festhalten im Tram können Viren übertragen werden. Auch über gemeinsam genutzte Telefone oder Computertastaturen können Sie sich anstecken.

Gesunde Ernährung schützt

Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüssten Tee pro Tag. Achten Sie verstärkt auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Vitamin B, C, D und Zink aufnehmen. Genehmigen Sie sich zum Beispiel eine Hühnersuppe diese liefert viel Zink. Für Veganer: Auch Vollkornbrot, Kürbiskerne und Haferflocken haben einen hohen Zinkgehalt.

Fit halten – gesund bleiben

Regelmässige Bewegung hält das Herz-Kreislauf-System fit und steigert die Abwehrkräfte. Mit Ausdauersport können Sie die Anzahl verschiedener Immunzellen erhöhen. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft tut gut und steigert die Stimmung.

Gesundes Klima schützt den Körper

Halten Sie die Zimmerluft feucht. Denn trockene Luft entzieht den Atemwegen Feuchtigkeit und macht es den Erregern leichter, über Nase oder Mund einzudringen. Deshalb hilft auch ein befeuchtendes Nasenspray, um die natürliche Abwehrsperre des Körpers stabil zu halten.

Grippe oder Erkältung? Das sind typischerweise die Unterschiede

Grippe Erkältung
Verlauf Tritt plötzlich ein (heiss, fiebrig, kraftlos, frösteln), rasche Verschlechterung Langsamer Krankheitsbeginn, langsame Verschlechterung
Fieber Hohes Fieber, Frösteln und Schweissausbrüche Erhöhte Temperatur/ leichtes Fieber
Muskel- und Gelenkschmerzen Starke Geringe bis keine
Kopfschmerzen Starke Leichte
Müdigkeit und Abgeschlagenheit Starke Abgeschlagenheit, länger anhaltende Erschöpfung Müdigkeit
Husten Trockener Husten, häufig schmerzhaft Zunächst Reizhusten, später schleimiger Husten
Schnupfen Eher selten Schnupfen, Niesen, verstopfte oder laufende Nase
Halsschmerzen Starke Leichte bis stark

Wenn es Sie doch erwischt hat

Nehmen Sie Rücksicht

Bleiben Sie bei Grippesymptomen konsequent zu Hause und meiden Sie den Kontakt zu anderen Personen. Falls Sie sich fit genug fühlen, lässt sich vielleicht das Nötigste von daheim aus erledigen. Richtig erholsam ist das allerdings nicht.

Schonen Sie Ihr Umfeld

Husten Sie in den Ellenbogen und benutzen Sie Papiertaschentücher, welche Sie anschliessend sofort entsorgen. Reduzieren Sie die Infektionsgefahr innerhalb der Familie, indem Sie möglichst in einem anderen Raum schlafen. Mit regelmässigem Stosslüften können Sie die Virenkonzentration in der Luft zumindest verringern.

So erholen Sie sich schneller

Trinken Sie möglichst viel und geben Sie Ihrem Körper die Ruhe, die er jetzt braucht. Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin und duschen Sie Ihre Nase mit Salzwasser. Gönnen Sie Ihren Atemwegen eine wohltuende Inhalation mit Wasserdampf

Was können Führungskräfte tun?

  1. Seien Sie Vorbild

    Kommunizieren Sie klar, dass schniefende und dauerhustende Mitarbeitende nicht ins Büro gehören und bleiben Sie entsprechend selbst schon bei Krankheit konsequent zu Hause. Denn wer halbkrank arbeiten geht, steckt die Kollegen an, riskiert Fehler und schadet seiner Gesundheit. 
  2. Verständnis für junge Eltern

    Reagieren Sie verständnisvoll, wenn junge Eltern wegen kranker Kinder zu Hause bleiben müssen. Die Mitarbeitenden werden es Ihnen mit grosser Loyalität danken – und die Gefahr ist geringer, dass diese selbst aus Stress und Erschöpfung krank werden.
  3. Stellvertretung organisieren

    Stellen Sie sicher, dass jeder Mitarbeitende eine klare Stellvertretung hat. So verhindern Sie Chaos, falls jemand unvorhergesehen ausfällt. Ausserdem ist eine gute Stellvertretung die beste Medizin für den Erkrankten, weil er zuhause unbesorgt zur Ruhe kommen und sich erholen kann.
  4. Im Dialog bleiben

    Sollte ein Arbeitnehmer tatsächlich überdurchschnittlich häufig ausfallen, suchen Sie das klärende Gespräch. Vielleicht führt eine belastende Lebenssituation dazu, dass seine Abwehrkräfte geschwächt sind – oder es steckt ein anderes Problem dahinter, bei dem er um Ihre Unterstützung froh wäre.
  5. Hygiene unterstützen

    Kleiner Aufwand, grosse Wirkung: Stellen Sie Händedesinfektionsmittel am Eingang und in den Toiletten auf. So können Sie das Ansteckungsrisiko zwischen den Mitarbeitenden verringern.

Rechtlicher Ausschluss


Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema und versteht sich als allgemeine Gesundheitsinformation. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt auch nicht das fachliche Urteil eines Arztes. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt oder lassen Sie sich in einer Apotheke beraten.