Spass auf der Piste? Aber sicher!

Spass auf der Piste? Aber sicher!

Dank guter Schutzausrüstung und Bekleidung sind Ski- und Snowboardunfälle heute seltener als früher. Dennoch gibt es für Ski- und Snowboardfahrende einiges zu beachten, damit der Spass beim Schneesport nicht auf der Strecke bleibt. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.

Ski oder Snowboard verschwunden? Jemanden von hinten angefahren? Obwohl der Schneesport mittlerweile zu den eher sicheren Sportarten zählt, kann immer etwas passieren. Doch wer bezahlt in einem solchen Fall? Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie auf Nummer sicher gehen können.

Grundsätzlich verhält es sich im Schnee ähnlich wie im Strassenverkehr: Wer aufmerksam fährt, sich rücksichtsvoll verhält und sich nur auf die Piste begibt, wenn er körperlich und geistig dazu imstande ist, hat im Schadenfall Anspruch auf Leistungen. Wer hingegen betrunken fährt oder abseits der Piste verunfallt, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Die folgenden sieben Fakten sollten alle kennen, die mit Ski oder Snowboard unterwegs sind:

1. Unfälle beim Schneesport – wer zahlt?

Unfälle in der Freizeit sind entweder über die Unfallversicherung Ihres Arbeitgebers oder über die Unfalldeckung in der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt. Die obligatorische Krankenversicherung bezahlt für Nichterwerbstätige und Personen, die weniger als acht Stunden pro Woche für das gleiche Unternehmen arbeiten. Der Unfallschutz muss über die obligatorische Krankenversicherung eingeschlossen werden. Wer mehr als acht Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber in der Schweiz tätig ist, ist automatisch auch bei Nichtberufsunfällen abgesichert.

2. Unfall abseits der Piste – das ist heikel

Bei Ski- oder Snowboardunfällen abseits der Piste ist es etwas komplizierter. Doch es verhält sich ähnlich wie im Strassenverkehr: Wenn ein Autofahrer die Verkehrsregeln schwerwiegend missachtet und zum Beispiel eine rote Ampel ignoriert, bekommt er einen Grobfahrlässigkeitsabzug. So wird das auch beim Schneesport gehandhabt: Wer beim Fahren die grundsätzlichen Regeln aufs Gröbere missachtet und waghalsig die Pisten hinunterrast, riskiert nicht nur sein Leben und das anderer, sondern auch Leistungskürzungen. In Extremfällen kann der Unfallversicherer die Zahlungen auch gänzlich verweigern. Übrigens: Die meisten Todesfälle passieren abseits der Piste – oft wegen Lawinen, die in neun von zehn Fällen selbst ausgelöst wurden.

3. Von einem anderen Fahrer gerammt

Wenn Sie unverschuldet von einer anderen Person angefahren werden, zahlt die obligatorische Unfallversicherung Ihre Heilungskosten. Der Versicherung ist jedoch vorbehalten, Rückgriff auf den Unfallverursacher zu nehmen, der dann gegebenenfalls durch seine Privathaftpflichtversicherung versichert ist. Übrigens: Unfälle passieren zwar meistens auf der Piste. Allerdings handelt es sich in der Regel um Selbstunfälle und nur selten um Zusammenstösse mit anderen.

4. Ohne Helm unterwegs

Wenn es ums Tragen eines Helms geht, lassen sich Ski- und Snowboardfahren mit dem Velofahren vergleichen. Bei diesen Sportarten besteht in der Schweiz keine Helmpflicht. Allerdings betonen die Verbände, dass Helme durchaus Kopfverletzungen mindern oder sogar verhindern können. Sie müssen jedoch richtig getragen werden. Fehlt der Helm, darf die Unfallversicherung allein deshalb keine Leistungen kürzen – wohl aber, wenn Ski- oder Snowboardfahrende ein zusätzliches Wagnis eingegangen sind. Als Wagnis gelten beispielsweise Geschwindigkeitsrekordfahrten, Speed Flying oder Fahren ausserhalb der Piste bei Missachtung der üblichen Vorsicht. Übrigens: Die Schweiz hat europaweit die höchste Quote an Helmträgern. Dies ist ein Beleg dafür, dass die Aufklärungskampagnen ihre Wirkung zeigen.

5. Betrunken gefahren

Ein Bier zur Bratwurst oder ein Glühwein nach einem schönen Tag auf der Piste schmecken vielen Schneesportfans. Après-Ski gehört mittlerweile dazu wie das Ei zum Huhn. Doch wie das Wort «Après»-Ski schon sagt, sollte erst nach dem Sport so richtig gefeiert werden. Denn wie die Versicherungsleistungen aussehen, wenn man betrunken einen Unfall baut, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Wer unter Alkoholeinfluss rücksichtslos oder zu schnell gefahren ist, muss jedoch damit rechnen, dass seine Leistungen gekürzt werden.

6. Ausrüstung weg! Wer bezahlt?

Bei Diebstahl sind Ihre Ski oder Ihr Snowboard über die Zusatzdeckung «Einfacher Diebstahl auswärts» in der Hausratversicherung versichert. Auch der Diebstahl gemieteter Ausrüstung ist damit abgedeckt. Für beschädigte oder zerbrochene Sportgeräte kommt – sofern im Hausratversicherungsvertrag eingeschlossen – die Zusatzversicherung «Sportgerätekasko» auf. Sie zahlt nicht nur für Schäden an eigenen, sondern ebenfalls auch an gemieteten oder geliehenen Sportgeräten. Wer keine solche Zusatzversicherung hat, kann diese Schäden auch seiner Privathaftpflichtversicherung melden.

7. Selbstverantwortung ist gefragt

Viele Schneesportfans klagen über Pistenrowdys und fürchten sich vor Kollisionen mit anderen Fahrern. Doch die grosse Mehrheit aller Unfälle auf der Piste verursachen sie ganz allein – sie entstehen durch zu schnelles und risikofreudiges Fahren oder mangelnde Fitness.

Wer sich an die FIS-Regeln hält, ist sicher und korrekt auf der Piste unterwegs

Regel 1: Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

Regel 2: Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

Regel 3: Wahl der Fahrspur

Der von hinten kommende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

Regel 4: Überholen
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

Regel 5: Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren

Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

Regel 6: Anhalten
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich frei machen.

Regel 7: Aufstieg und Abstieg
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuss absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

Regel 8: Beachten der Zeichen
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

Regel 9: Hilfeleistung 
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

Regel 10: Ausweispflicht
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.