Verliebt am Arbeitsplatz

Verliebt am Arbeitsplatz

Welches ist die grösste Partnerbörse der Schweiz? Nein, es ist keine Dating-Plattform, sondern der Arbeitsplatz. Auch Dan Schnider und Jasmin Burkhalter haben sich dort kennengelernt. Sie erzählen von ihren Erfahrungen als Paar im selben Unternehmen.

Als erstes hat Kaya Hunger. Papa Dan Schnider zieht mit routiniertem Griff das Stilltuch aus dem Kinderwagen und drapiert es um seine Partnerin Jasmin Burkhalter. So kann sie ihre drei Monate alte Tochter diskret stillen. Man sieht sofort: Dan und Jasmin sind ein eingespieltes Team. Die Begeisterung fürs Baby ist bei beiden mit Händen zu greifen.

Wir sind zum Interview in der Cafeteria von Zurich Schweiz in Oerlikon verabredet. Hier erzählt das Paar, wie es sich kennengelernt hat – nämlich wie so viele am Arbeitsplatz. Die kleine Kaya liegt unterdessen in der Babywippe und schaut mit grossen Augen zu.

Kuss im Kaufleuten

«Der Zufall hat uns zusammengebracht», berichtet Dan Schnider. Der 39-jährige arbeitet als Marketing-Berater im Team «Campaign & Project Management» bei Zurich Schweiz und betreut mehr als 40 Generalagenturen. Jasmin Burkhalter (38) ist heute im Schwesterteam «Sponsoring & Live Marketing» tätig und organisiert Events aller Art. Doch 2015 arbeitet sie noch in einem anderen Bereich. So ist es reiner Zufall, dass sie beim Sommerfest eines Generalagenten beim Pétanque-Plauschturnier mit Dan Schnider ins Zweierteam gelost wird. Von nun an wechseln die beiden ein paar Worte, wenn sie sich im Gang oder in der Kantine begegnen. Doch erst bei der Weihnachtsfeier unterhalten sie sich länger. Daraus ergibt sich ein Treffen für den Weihnachtsmarkt am 23. Dezember. Anschliessend gehen sie in den Zürcher Szene-Club Kaufleuten, wo Dan seit Studienzeiten als Türsteher arbeitet. «Dort auf der Galerie haben wir uns zum ersten Mal geküsst», erzählt Dan. Ein halbes Jahr später zieht Jasmin bei ihm ein.

«Es ist schön, Erfahrungen zu teilen»

Seither fahren die beiden jeden Morgen gemeinsam mit dem Auto von Berikon AG nach Zürich. Ihre Arbeitsplätze sind in benachbarten Grossraumbüros, manchmal sitzen sie sogar zusammen. Auch zu Hause ist die Arbeit oft ein Thema. «Ich werde immer wieder gefragt, ob das nicht mühsam ist», erzählt Dan Schnider. «Aber ich finde es extrem wertvoll. Jasmin versteht mich zu 100 Prozent, wir beraten uns gegenseitig bei Herausforderungen und bremsen den anderen auch mal, bevor dieser zu emotional reagiert.» Jasmin Burkhalter ergänzt: «Für uns ist das megaschön, dass wir unsere beruflichen Erfahrungen gegenseitig teilen können. Ich bin sicher, dass sich das positiv auswirkt, auch fürs Unternehmen.» In der Freizeit ist das Paar ebenfalls oft zusammen unterwegs: Jasmin Burkhalter ist Monstertruck-Instruktorin und begeistert auch Dan Schnider, mitzumachen. Ausserdem sind beide begeisterte Sportler. Anfang 2019 ernähren sie sich zwölf Wochen ohne Kohlenhydrate – natürlich gemeinsam.

Ein indianischer Vorname

Die Erziehung der kleinen Tochter teilt sich das Paar gleichberechtigt, und zwar von Anfang an: «Als Mutter habe ich emotional neun Monate Vorsprung, deshalb war mir wichtig, dass die Kleine sofort nach der Geburt bei Dan sein kann und Körperkontakt hat, für das Bonding», sagt Jasmin Burkhalter. Ausserdem macht sie ihm das Geschenk, den Namen des Kindes auszuwählen. Klar ist, dass es ein indianischer Name sein soll, schliesslich ist Dan Schnider zu einem Viertel Cheyenne-Indianer. Vier Namen stehen zur Auswahl: «Drei davon waren sehr sanft und zart. Doch für mich hat die Kleine sofort grosse Kraft und Stärke ausgestrahlt. Deshalb habe ich mich für Kaya entschieden, das bedeutet weise Schwester oder auch Ratgeberin.»

Den ersten Brei gibt der Papa

Ab Ostern 2020 unterstützt Jasmin Burkhalter im 70-Prozent-Pensum wieder ihr Team. Denn dort dreht sich zurzeit alles um die Heim-Eishockey-WM.  Ihr Partner bleibt für sechs Wochen daheim, wird Kaya ihren ersten Brei geben und übernimmt auch die Eingewöhnungsphase in der Kita. Denn Chancengleichheit ist für das Paar eine Selbstverständlichkeit. «Und Zurich gibt uns die Möglichkeit, unser partnerschaftliches Modell zu leben», betont Jasmin Burkhalter. Sie selbst hat von 20 Wochen Elternschaftsurlaub profitiert. Dan bezieht drei Wochen und hat sich zusätzlich drei Wochen Ferien aus dem vergangenen Jahr aufgespart. Seit 2020 erhalten Väter bei Zurich sogar sechs Wochen Elternschaftsurlaub, berichtet Dan Schnider: «Ich finde das toll, denn so kann man eine ganz andere Beziehung zum Kind aufbauen – und sich zum Beispiel nach einer schweren Geburt intensiv um die Partnerin kümmern.» 

Auch als unverheiratetes Paar gut abgesichert

Auch Jasmin Burkhalter weiss die Flexibilität ihrer Arbeitgeberin Zurich zu schätzen: «Ich konnte mir eigentlich aussuchen, wann und in welchem Pensum ich zurückkommen will. Das ist ein grosses Privileg.» Bei der Vorsorgeplanung hat Zurich das Paar ebenfalls unterstützt: «Wir möchten, dass es der Kleinen gut geht, wenn einem von uns etwas zustossen sollte. Gerade, weil wir nicht verheiratet sind, haben wir uns umfassend privat abgesichert – und uns dafür direkt hier im Haus bei Zurich beraten lassen. Das war Gold wert.»

Der kleinen Kaya ist das alles herzlich egal. Sie liegt nach wie vor entspannt in ihrer Babywippe, lässt sich von vorbeilaufenden Arbeitskollegen bewundern und ist der heimliche Star der Cafeteria.

Weitere Artikel

Vater sitzt mit Tochter auf dem Sofa und liest ein Buch

Auch bei Teilzeit gut vorsorgen

Kinder oder Karriere? Heute ist beides möglich - die Welt ist viel flexibler geworden und Teilzeit ist weit verbreitet.
Frau schaut auf eine Stadt

Richtig versichert im Sabbatical

Haben Sie Lust auf eine Auszeit? Ausreichend versichert können Sie das Sabbatical noch unbeschwerter geniessen.
Paar macht selfie

Aus dem Tagebuch eines Eherings

Was einer Wertsache alles passieren kann: Ein Trauring erzählt aus seinem aufregenden Leben.