KI-Deepfakes: So schützen Sie sich vor digitalen Täuschungen

Deepfake-Bilder und -Videos werden immer besser. Und sie werden immer häufiger eingesetzt, um Menschen blosszustellen, ihren Ruf zu zerstören oder sie zu erpressen. So können Sie sich und Ihre Liebsten wirksam schützen.
Eine Person mit rosa Haaren, die ein reales Gesicht halb und ein abstraktes, künstliches Gesicht halb zeigt.

Warum Deepfakes heute jede und jeden treffen können

Deepfakes sind mit künstlicher Intelligenz erstellte oder manipulierte Bilder, Videos oder Stimmen, die so echt wirken, dass selbst Profis Mühe haben, sie sofort zu erkennen. Über manche wie den Papst im weissen Daunen­mantel kann man lachen, über andere nicht. Zum Beispiel, wenn jemand mit einem Deepfake-Video erpresst wird, auf dem er oder sie sich angeblich selbst befriedigt, oder wenn Schüler manipulierte Nacktbilder von Mitschülerinnen in sozialen Medien teilen.

Bis vor kurzem wurden vor allem Prominente Opfer von Deepfake. Heute kann es jede und jeden treffen, weil professionelle Deepfakes «dank» KI immer einfacher werden. Ein Bild von LinkedIn, ein Screenshot von der Instagram-Timeline oder ein Videoanruf und etwas KI-Know-how genügen, um kompro­mittierende Bilder, Texte oder Sprach­nachrichten zu generieren oder zu manipulieren.

Digitale Manipulation: mehr als Deepfake-Pornos

Häufig werden solche Inhalte erstellt, um jemanden bloss­zustellen, seinen oder ihren Ruf zu schädigen oder das Opfer zu erpressen. Besonders häufig sind Deepfake-Pornos, bei denen das Gesicht und die Stimme des Opfers in ein Sexvideo oder das Gesicht in Nacktbilder eingefügt werden. Die Motive der Täter reichen von Lange­weile über Rache nach einer Trennung oder Abfuhr bis zu Gier.

Viele manipulierte Bilder und Videos werden für Sextortion genutzt, sexuelle Erpressung. Der oder die Täter drohen dem Opfer, die Bilder oder Videos dem Partner, der Familie oder dem Arbeitgeber zu senden oder in den sozialen Medien zu teilen. Sie nutzen die Scham der häufig weiblichen Opfer und den sozialen Druck aus, um Geld oder (in der Regel) sexuelle Handlungen zu erpressen.

Die Opfer leiden auf vielen Ebenen

Deepfakes richten neben beruflichen und finanziellen Schäden vor allem persönliche und seelische Schäden an. Die Frage, ob ein Bild oder Video echt ist, ist oft nur sekundär. Für die Opfer wiegt ihre Angst und Scham vor der öffentlichen Bloss­stellung, der Ruf­schädigung und dem Vertrauens­verlust im Freundes­kreis oder bei der Arbeit schwerer. Besonders belastend ist, dass das Internet nicht vergisst und sich entlarvte Deepfakes nicht immer löschen lassen.

Oft kommt die Aufklärung zu spät: Der Schaden ist angerichtet, das Opfer schämt sich, fühlt sich hilflos, zieht sich zurück.

Zum persönlichen und seelischen Schaden kommen oft noch grosse finanzielle Schäden durch Betrug, Erpressung oder Identitäts­diebstahl – und mögliche Folge­kosten wie schlechtere Karriere­chancen und damit weniger Lohn wegen des Reputations­verlustes durch ein manipuliertes Bild oder Video.

Was können Deepfake-Opfer tun?

Opfer sollten sofort handeln, aber nicht in Panik geraten. Die Täter setzen darauf, dass ihre Opfer sich schämen und Angst haben und darum unter Zeit­druck ihren Forderungen nachkommen. Behalten Sie einen kühlen Kopf, wenn Sie erpresst werden, und gehen Sie systematisch vor:

  • Nicht bezahlen: Gehen Sie nicht auf die Forderung ein und bezahlen Sie kein Löse­geld. Die Zahlung beendet die Erpressung nicht, sondern steigert das Risiko weiterer Forderungen.
  • Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Links, Nachrichten und Telefon­nummern der Täter, machen Sie Screen­shots und dokumentieren Sie Zahlungs­aufforderungen oder Drohungen.
  • Behörden informieren: Melden Sie den Erpressungs­versuch umgehend der Polizei und dem Bundesamt für Cyber­sicherheit (NCSC).
  • Plattformen kontaktieren: Bitten Sie soziale Netzwerke, Messenger-Dienste oder Websites auf, die Deepfakes umgehend zu löschen oder zu sperren.
  • Unterstützung holen: Reden Sie mit einer Vertrauens­person und holen Sie sich professionelle Hilfe. Die psychische Belastung durch sexualisierte Deepfakes oder Sextortion ist oft erheblich.
  • Rechtliche Schritte prüfen: Je nach Fall sollten Sie Straf­anzeige einreichen, zivil­rechtliche Schritte einleiten oder Ihre daten­schutz­rechtlichen Ansprüche geltend machen. Eine Privat-Rechtsschutz­versicherung unterstützt Sie mit Rat und Tat und übernimmt die Kosten.

6 Tipps für den Schutz vor Deepfakes

100% Sicherheit gibt es nie. Aber Sie können das Risiko massiv reduzieren: Je weniger Bilder, Videos und Informationen Sie von sich online veröffentlichen, desto geringer ist die Gefahr. Weil es aber heutzutage so gut wie unmöglich ist, die eigene digitale Sichtbarkeit so stark einzu­schränken, sind ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten und Medien­kompetenz wichtig:

  1. Sichtbarkeit bewusst gestalten:
    Überlegen Sie vor jedem Post, welche Bilder, Daten oder Videos sie für alle sichtbar veröffentlichen wollen. Vermeiden Sie sensible oder intime Aufnahmen aus privaten Räumen, kontrollieren Sie regelmässig Ihre Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken und prüfen Sie, welche Inhalte öffentlich zugänglich sind.
  2. Beruf und Privatleben trennen:
    Wenn Sie beruflich oder privat in der Öffentlichkeit stehen, können Sie Ihre Sichtbarkeit nicht einfach reduzieren. Aber Sie können Ihre privaten Bilder und Videos konsequent schützen, falsche Social-Media-Profile den Plattformen melden und das Internet gelegentlich nach Ihrem Namen und Bildern oder Videos mit Ihnen durchsuchen.
  3. Konten und Identität sichern:
    Verwenden Sie starke Passwörter und aktivieren Sie überall, wo Sie sich anmelden müssen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Mit einem Passwort-Manager behalten Sie den Überblick und schliessen Sicherheits­lücken. Aktualisieren Sie das Betriebssystem, den Virenschutz und alle Programme regelmässig, installieren Sie alle Sicherheits­updates und klicken Sie nie auf unbekannte Anhänge, Links oder Login-Anfragen.
  4. Aufmerksam sein:
    Wenige Bilder oder kurze Sprachschnipsel genügen, um KI-Deepfakes zu generieren. Seien Sie aufmerksam und vorsichtig, wenn Unbekannte einen spontanen Videoanruf starten, Sie eine Sprachnachricht hinterlassen oder Bilder teilen, zum Beispiel in Dating-Apps.
  5. Deepfakes erkennen:
    Achten Sie auf Formulierungen, Licht­verhältnisse, Mimik und Übergänge. Deepfakes werden immer besser, sind aber noch nicht perfekt. Seien Sie skeptisch und schauen oder hören Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig hin – besonders, wenn Sie aufgefordert werden, Geld zu senden oder Informationen preiszugeben.
  6. Gefahren frühzeitig erkennen:
    100% Sicherheit gibt es wie gesagt nicht. Aber es gibt technische Präventions­lösungen wie die Zurich Cyber Security App, die Sie informieren, sobald Ihre persönlichen Daten und andere sensible Informationen im Internet oder im Darknet auftauchen. So können Sie Ihre Pass­wörter sofort ändern, Ihre Profile schützen und Miss­brauch frühzeitig erkennen – bevor Sie erpresst werden oder Ihre digitale Identität missbraucht wird.

Können Deepfake-Opfer klagen?

Die Schweiz hat noch kein Gesetz nur für Deepfakes. Trotzdem können sich die Opfer wehren. Wer zum Beispiel durch KI-generierte Audioaufnahmen, Bilder oder Videos in seiner Persönlichkeit verletzt wird, kann sich auf den Persönlich­keits­schutz nach Artikel 28 im Zivilgesetzbuch berufen und auf Löschung, Unterlassung und in schweren Fällen Schaden­ersatz und Genug­tuung klagen. Und wenn strafrechtliche Tatbestände wie beispielsweise Betrug, Ehrver­letzung, Erpressung, Identitäts­missbrauch oder Pornografie vorliegen, können die Opfer eine Strafanzeige wegen Verletzung des Daten­schutzrechts einreichen.

So helfen eine Rechtsschutz- und eine Cyberschutzversicherung

Eine Privat-Rechtsschutzversicherung von Orion hilft Ihnen, Ihre Rechte durchzusetzen. Beispiels­weise, wenn Sie die Löschung von Deepfake-Inhalten durchsetzen, Unterlassungs­ansprüche erheben, Straf­anzeige einreichen oder zivil­rechtliche Schritte gegen die Täter einleiten wollen. Wenn es hart auf hart kommt, übernimmt die Rechtsschutz­versicherung die Kosten für den Anwalt, das Gerichts­verfahren und alle Experten­gutachten im Rahmen der allgemeinen Versicherungs­bedingungen. Diese Unterstützung ist besonders in Fällen von Cyber­mobbing, Ruf­schädigung oder Sextortion eine grosse Entlastung für das Opfer.

Die Zurich Cyberschutz-Versicherung unterstützt die Opfer beispiels­weise, wenn ihre Konten gehackt, ihre digitale Identität gestohlen oder ihre Daten miss­äbraucht wurden. Sie leistet technische Sofort­hilfe und hilft, die betroffenen Konten wiederherzustellen.

Mann am Laptop

Zurich Cyber-Versicherung
Unsere Cyber-Lösung besteht aus der Zurich Cyber Security App, einer 24/7-Support-Hotline und einer Versicherung. So sind Sie bestens geschützt.

Fazit: Die Gefahr ist real

Panik ist aber fehl am Platz. Sie können das Risiko reduzieren und Ihre Sicherheit mit einer Cyberschutz- und einer Privat-Rechtsschutz­versicherung optimieren.

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