Resilienz: Ratgeber für innere Stärke in der modernen Arbeitswelt

Die Wirtschaft verändert sich so schnell wie wohl noch nie: Technologischer Fortschritt und neue Rahmenbedingungen führen zahlreiche Branchen zu einem tiefgreifenden Wandel. Deshalb wird Resilienz zur Kernkompetenz in der modernen Arbeitswelt.
Vier Personen stehen in einem modernen Büro und halten Kaffeetassen.

Resilienz: Warum sie gerade heute wichtig ist

Wir leben in unruhigen Zeiten: Geopolitische Heraus­forderungen, Klimarisiken und demografische Entwicklungen haben direkt oder indirekt Einfluss auf die Wirtschaftswelt. Gleichzeitig befinden sich zahlreiche Branchen in einem tiefgreifenden Wandel durch Digitalisierung, Auto­matisierung und Künstliche Intelligenz. 

Früher verbrachten viele Menschen ihr gesamtes Berufsleben beim selben Arbeitgeber und in derselben Funktion. Heute sind die meisten Erwerbs­biografien vom Wandel geprägt. Das macht die Berufswelt vielfältiger, aber auch unsicherer. Vor diesem Hintergrund wird die Fähigkeit, mit Veränderungen und Belastungen umzugehen, immer wichtiger.

Definition Resilienz: Was steckt dahinter?

Der Begriff der Resilienz stammt ursprünglich aus der Materialkunde und beschreibt, wie gewisse Materialien nach einer Verformung wieder ihre alte Form annehmen, z.B. ein Gummiball. 

In der Psychologie wird dieses «Zurückfedern» auf die menschliche Psyche übertragen: Resilienz ist die Fähigkeit, auch in schwierigen Umständen gesund, leistungsfähig und grundsätzlich optimistisch zu bleiben. Es geht also um die innere Widerstandskraft.

Resilienz lässt sich trainieren

Im Unterschied zum blossen Durchhalte­vermögen umfasst Resilienz die aktive Fähigkeit, sich flexibel an neue Situationen anzupassen, aus Heraus­forderungen zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Einfach erklärt: Resilienz ist die Kraft, immer wieder aufzustehen – selbst wenn das Leben uns aus dem Gleichgewicht bringt.

Basis der Resilienz ist die individuelle Persönlichkeit sowie prägende Momente in der Kindheit. Diese Fähigkeit ist aber nicht statisch, sondern lässt sich das gesamte Leben über aktiv trainieren und fördern.

Resilienz in der modernen Arbeitswelt

Viele Menschen erfahren im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit immer wieder Belastungen. Dazu gehören unter anderem personelle oder organisatorische Veränderungen, Zeit- und Leistungs­druck oder eine hohe Dichte an komplexen Aufgaben. Durch die zunehmende Digitalisierung verändern und erhöhen sich auch die Erwartungen von Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig werden verstärkt Aufgaben automatisiert oder es kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dies kann Ängste wecken und den Druck verstärken. 

Das hybride Arbeiten in Büro und Home­office sorgt für neue Freiheiten, lässt aber zugleich die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Viele erleben diese Veränderungen als Stressfaktoren. Sie können das Wohl­befinden, die Motivation und die Leistungs­fähigkeit beeinträchtigen.

Was zeichnet resiliente Menschen aus?

Resiliente Menschen bewältigen die Heraus­forderungen der modernen Arbeitswelt konstruktiv: Sie bleiben auch in schwierigen Zeiten handlungs­fähig und lösungsorientiert. Das spiegelt sich auch in der Gesundheit wider: Ihr Risiko für stressbedingte Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen ist tendenziell geringer.

Auch auf die Unternehmens­kultur hat Resilienz einen positiven Einfluss: Resiliente Teams kommunizieren offener, unterstützen sich gegenseitig und finden in Krisen­situationen schneller eine Lösung. Davon profitiert ebenfalls das Unternehmen; es gibt weniger Ausfälle, die Innovations­kraft ist höher und die Bindung der Mitarbeitenden ist stärker. Dies sind entscheidende Faktoren für nachhaltigen Erfolg.

Die 7 Säulen der Resilienz: Modell und Beispiele

Ein bekanntes Modell beschreibt die Resilienz als Haus, welches auf sieben Säulen ruht. Jede einzelne Säule trägt dazu bei, Heraus­forderungen im Arbeitsalltag besser zu bewältigen:

1. Optimismus

Optimistische Menschen rechnen damit, dass Dinge gelingen und sich Probleme lösen lassen. Sie sind davon überzeugt, dass Heraus­forderungen die Chance bieten, etwas zu lernen. Diese Fähigkeit lässt sich zum Beispiel durch ein Erfolgs­tagebuch trainieren.

2. Akzeptanz

Optimistische Menschen rechnen damit, dass Dinge gelingen und sich Probleme lösen lassen. Sie sind davon überzeugt, dass Heraus­forderungen die Chance bieten, etwas zu lernen. Diese Fähigkeit lässt sich zum Beispiel durch ein Erfolgs­tagebuch trainieren.

3. Lösungsorientierung

Oft ist es hilfreich, sich bei einem Problem nicht auf die Ursachen zu konzentrieren («Wer ist schuld?»), sondern auf die Lösung. Dafür können z.B. Brainstorming-Techniken angewendet werden.

4. Selbstwirksamkeit

Dieser Aspekt beschreibt das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Dinge zu gestalten und Veränderungen zu bewirken. Dies lässt sich trainieren, indem man neue Aufgaben ausprobiert und bewusst kleine Erfolge sammelt.

5. Eigenverantwortung

Wer Verantwortung für das eigene Denken, Handeln und Fühlen übernimmt, der verharrt nicht in der Opferrolle, sondern wird seines Glückes Schmied. Rückschläge nimmt er oder sie nicht persönlich, sondern als Entwicklungsphasen.

6. Netzwerkorientierung

Gerade in herausfordernden Situationen und in Zeiten der Veränderung ist das persönliche Netzwerk enorm wichtig für emotionale Sicherheit und Unterstützung. Denn gemeinsam lassen sich Heraus­forderungen besser bewältigen.

7. Zukunftsorientierung

Zukunftsorientierte Menschen entwickeln Visionen und kreieren Perspektiven – am besten gemeinsam mit dem Team. Oft ist es hilfreich, diese Ziele zu visualisieren, sei es mit einer Zeichnung oder einem treffenden Satz.

Resilienz im Arbeitsalltag: Praxistipps und Übungen

1. Stopp-Technik

Panikmoment durch Stress oder schlechte Nachrichten?
Halten Sie einen Moment inne und atmen Sie tief durch, bis Sie sich wieder ruhiger fühlen. Notieren Sie anschliessend drei kleine Dinge, die Sie positiv beeinflussen können.

2. Dankbarkeits-Check

Beenden Sie jeden Arbeitstag mit einem Rückblick: Was ist mir heute gut gelungen? Worauf freue ich mich morgen? So fokussieren Sie sich automatisch aufs Positive. Wenn Sie möchten, können Sie positive Gedanken auch mit dem Team teilen.

3. Perspektivenwechsel

Etwas ist schiefgelaufen. Sie regen sich enorm über sich selbst auf. Stellen Sie sich vor, es wäre jemand anderem passiert. Würden Sie es immer noch genauso tragisch finden? Und wie fest werden Sie sich in einem Jahr noch über das Vorgefallene ärgern? Falls es dann egal ist, dann ist es heute auch nicht so schlimm.

4. Sprechen Sie sich aus

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Teilen Sie Heraus­forderungen mit einer Vertrauens­person im beruflichen oder privaten Umfeld. Diese Person muss keine Lösungen bieten – oft hilft es bereits, ehrlich erzählen zu können.

5. Positiver Widerstand

Gerade in Meetings kann sich oft eine negative Stimmung hoch­schaukeln. Seien Sie die Person, die Widerstand leistet und das Positive an der neuen Herau­sforderung betont – denn das gibt es fast immer. 

6. Meilensteine setzen

Setzen Sie sich als Team oder als Einzelperson konkrete Ziele für die Zukunft und messen Sie diese anhand von Meilensteinen. Wenn Sie einen erreicht haben, kann und sollte das gefeiert werden. 

7. Gemeinsam fit für die Zukunft

Gibt es technologische Heraus­forderungen, die das gesamte Team betreffen, z.B. im Zusammen­hang mit Künstlicher Intelligenz? Unterstützen Sie sich gegenseitig, diese Heraus­forderungen in Chancen zu verwandeln – z.B. in regelmässigen Workshops.

So fördert Zurich die Resilienz bei Firmenkunden

Die Förderung von Resilienz ist ein wichtiger Bestandteil der Beratung von Firmenkunden bei Zurich – insbesondere im Kontext der Krankentaggeldversicherung (KTG). Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden gezielt zu stärken. Dafür steht ein vielseitiges Präventionsangebot zur Verfügung:

  • Betriebliches Gesundheitsmanagement: Wir beraten und unterstützen Firmen dabei, gesunde Arbeits­bedingungen und Veränderungs­prozesse konstruktiv zu gestalten. Unsere Workshops helfen Führungs­kräften und Mitarbeitenden, ihre Kompetenzen im Umgang mit Stress zu stärken und ihre Resilienz zu fördern.
  • Präventive Begleitung: Bei Bedarf stehen wir Mitarbeitenden in heraus­fordernden Situationen zur Seite, um eine Arbeitsunfähigkeit zu verhindern und so ihre Resilienz zu stärken.
  • Case Management: Mitarbeitende, die durch Krisen, gesundheitliche Heraus­forderungen oder längere Ausfälle belastet sind, werden individuell begleitet – vom Wiedereinstieg bis zur schrittweisen Stabilisierung.

Zurich als Arbeitgeberin – Angebote zur Resilienz für Mitarbeitende

Auch Zurich übernimmt  als Arbeitgeberin Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden. Dazu gehört, Resilienz gezielt zu fördern und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das mentale Stärke, Selbstfürsorge und den konstruktiven Umgang mit Heraus­forderungen unterstützt. Mitarbeitende profitieren von verschiedenen Angeboten, die sie im Arbeitsalltag stärken und begleiten:

  • Workshops und Trainings:
    Interne Angebote zu Themen wie Resilienz, Stress­bewältigung und positiver Selbstführung helfen Mitarbeitenden, ihre innere Stärke gezielt auszubauen.
  • Individuelles Coaching:
    Persönliche Beratung unterstützt beim Umgang mit beruflichen oder privaten Heraus­forderungen und fördert die Entwicklung individueller Lösungsstrategien.
  • Ruheraum:
    Ein Raum für stille Pausen, Achtsamkeitsübungen oder kurze Auszeiten im Arbeitsalltag – zur Förderung von mentaler Erholung und Selbstfürsorge.
  • Austauschformate:
    Gezielte Vernetzungs- und Austausch­möglichkeiten stärken das Gemeinschafts­gefühl und bieten Raum, Erfahrungen und Tipps rund um Resilienz zu teilen.

Mit fachlicher Unterstützung von

>Silvia Colmenero

Silvia Colmenero

Leiterin Prevention & Health Consulting

Als Leiterin Prevention & Health Consulting im Bereich Leistungen Personenversicherungen bei Zurich bringt sie ihre Expertise in Prävention und Gesundheitsberatung ein.