- Resilienz: Warum sie gerade heute wichtig ist
- Definition Resilienz: Was steckt dahinter?
- Resilienz lässt sich trainieren
- Resilienz in der modernen Arbeitswelt
- Was zeichnet resiliente Menschen aus?
- Die 7 Säulen der Resilienz: Modell und Beispiele
- Resilienz im Arbeitsalltag: Praxistipps und Übungen
- So fördert Zurich die Resilienz bei Firmenkunden
Resilienz: Warum sie gerade heute wichtig ist
Wir leben in unruhigen Zeiten: Geopolitische Herausforderungen, Klimarisiken und demografische Entwicklungen haben direkt oder indirekt Einfluss auf die Wirtschaftswelt. Gleichzeitig befinden sich zahlreiche Branchen in einem tiefgreifenden Wandel durch Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz.
Früher verbrachten viele Menschen ihr gesamtes Berufsleben beim selben Arbeitgeber und in derselben Funktion. Heute sind die meisten Erwerbsbiografien vom Wandel geprägt. Das macht die Berufswelt vielfältiger, aber auch unsicherer. Vor diesem Hintergrund wird die Fähigkeit, mit Veränderungen und Belastungen umzugehen, immer wichtiger.
Definition Resilienz: Was steckt dahinter?
Der Begriff der Resilienz stammt ursprünglich aus der Materialkunde und beschreibt, wie gewisse Materialien nach einer Verformung wieder ihre alte Form annehmen, z.B. ein Gummiball.
In der Psychologie wird dieses «Zurückfedern» auf die menschliche Psyche übertragen: Resilienz ist die Fähigkeit, auch in schwierigen Umständen gesund, leistungsfähig und grundsätzlich optimistisch zu bleiben. Es geht also um die innere Widerstandskraft.
Resilienz lässt sich trainieren
Im Unterschied zum blossen Durchhaltevermögen umfasst Resilienz die aktive Fähigkeit, sich flexibel an neue Situationen anzupassen, aus Herausforderungen zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.
Einfach erklärt: Resilienz ist die Kraft, immer wieder aufzustehen – selbst wenn das Leben uns aus dem Gleichgewicht bringt.
Basis der Resilienz ist die individuelle Persönlichkeit sowie prägende Momente in der Kindheit. Diese Fähigkeit ist aber nicht statisch, sondern lässt sich das gesamte Leben über aktiv trainieren und fördern.
Resilienz in der modernen Arbeitswelt
Viele Menschen erfahren im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit immer wieder Belastungen. Dazu gehören unter anderem personelle oder organisatorische Veränderungen, Zeit- und Leistungsdruck oder eine hohe Dichte an komplexen Aufgaben. Durch die zunehmende Digitalisierung verändern und erhöhen sich auch die Erwartungen von Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig werden verstärkt Aufgaben automatisiert oder es kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dies kann Ängste wecken und den Druck verstärken.
Das hybride Arbeiten in Büro und Homeoffice sorgt für neue Freiheiten, lässt aber zugleich die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Viele erleben diese Veränderungen als Stressfaktoren. Sie können das Wohlbefinden, die Motivation und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Was zeichnet resiliente Menschen aus?
Resiliente Menschen bewältigen die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt konstruktiv: Sie bleiben auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig und lösungsorientiert. Das spiegelt sich auch in der Gesundheit wider: Ihr Risiko für stressbedingte Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen ist tendenziell geringer.
Auch auf die Unternehmenskultur hat Resilienz einen positiven Einfluss: Resiliente Teams kommunizieren offener, unterstützen sich gegenseitig und finden in Krisensituationen schneller eine Lösung. Davon profitiert ebenfalls das Unternehmen; es gibt weniger Ausfälle, die Innovationskraft ist höher und die Bindung der Mitarbeitenden ist stärker. Dies sind entscheidende Faktoren für nachhaltigen Erfolg.
Die 7 Säulen der Resilienz: Modell und Beispiele
Ein bekanntes Modell beschreibt die Resilienz als Haus, welches auf sieben Säulen ruht. Jede einzelne Säule trägt dazu bei, Herausforderungen im Arbeitsalltag besser zu bewältigen:
1. Optimismus
Optimistische Menschen rechnen damit, dass Dinge gelingen und sich Probleme lösen lassen. Sie sind davon überzeugt, dass Herausforderungen die Chance bieten, etwas zu lernen. Diese Fähigkeit lässt sich zum Beispiel durch ein Erfolgstagebuch trainieren.
2. Akzeptanz
Optimistische Menschen rechnen damit, dass Dinge gelingen und sich Probleme lösen lassen. Sie sind davon überzeugt, dass Herausforderungen die Chance bieten, etwas zu lernen. Diese Fähigkeit lässt sich zum Beispiel durch ein Erfolgstagebuch trainieren.
3. Lösungsorientierung
Oft ist es hilfreich, sich bei einem Problem nicht auf die Ursachen zu konzentrieren («Wer ist schuld?»), sondern auf die Lösung. Dafür können z.B. Brainstorming-Techniken angewendet werden.
4. Selbstwirksamkeit
Dieser Aspekt beschreibt das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Dinge zu gestalten und Veränderungen zu bewirken. Dies lässt sich trainieren, indem man neue Aufgaben ausprobiert und bewusst kleine Erfolge sammelt.
5. Eigenverantwortung
Wer Verantwortung für das eigene Denken, Handeln und Fühlen übernimmt, der verharrt nicht in der Opferrolle, sondern wird seines Glückes Schmied. Rückschläge nimmt er oder sie nicht persönlich, sondern als Entwicklungsphasen.
6. Netzwerkorientierung
Gerade in herausfordernden Situationen und in Zeiten der Veränderung ist das persönliche Netzwerk enorm wichtig für emotionale Sicherheit und Unterstützung. Denn gemeinsam lassen sich Herausforderungen besser bewältigen.
7. Zukunftsorientierung
Zukunftsorientierte Menschen entwickeln Visionen und kreieren Perspektiven – am besten gemeinsam mit dem Team. Oft ist es hilfreich, diese Ziele zu visualisieren, sei es mit einer Zeichnung oder einem treffenden Satz.
Resilienz im Arbeitsalltag: Praxistipps und Übungen
1. Stopp-Technik
Panikmoment durch Stress oder schlechte Nachrichten?
Halten Sie einen Moment inne und atmen Sie tief durch, bis Sie sich wieder ruhiger fühlen. Notieren Sie anschliessend drei kleine Dinge, die Sie positiv beeinflussen können.
2. Dankbarkeits-Check
Beenden Sie jeden Arbeitstag mit einem Rückblick: Was ist mir heute gut gelungen? Worauf freue ich mich morgen? So fokussieren Sie sich automatisch aufs Positive. Wenn Sie möchten, können Sie positive Gedanken auch mit dem Team teilen.
3. Perspektivenwechsel
Etwas ist schiefgelaufen. Sie regen sich enorm über sich selbst auf. Stellen Sie sich vor, es wäre jemand anderem passiert. Würden Sie es immer noch genauso tragisch finden? Und wie fest werden Sie sich in einem Jahr noch über das Vorgefallene ärgern? Falls es dann egal ist, dann ist es heute auch nicht so schlimm.
4. Sprechen Sie sich aus
Geteiltes Leid ist halbes Leid: Teilen Sie Herausforderungen mit einer Vertrauensperson im beruflichen oder privaten Umfeld. Diese Person muss keine Lösungen bieten – oft hilft es bereits, ehrlich erzählen zu können.
5. Positiver Widerstand
Gerade in Meetings kann sich oft eine negative Stimmung hochschaukeln. Seien Sie die Person, die Widerstand leistet und das Positive an der neuen Herausforderung betont – denn das gibt es fast immer.
6. Meilensteine setzen
Setzen Sie sich als Team oder als Einzelperson konkrete Ziele für die Zukunft und messen Sie diese anhand von Meilensteinen. Wenn Sie einen erreicht haben, kann und sollte das gefeiert werden.
7. Gemeinsam fit für die Zukunft
Gibt es technologische Herausforderungen, die das gesamte Team betreffen, z.B. im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz? Unterstützen Sie sich gegenseitig, diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln – z.B. in regelmässigen Workshops.
So fördert Zurich die Resilienz bei Firmenkunden
Die Förderung von Resilienz ist ein wichtiger Bestandteil der Beratung von Firmenkunden bei Zurich – insbesondere im Kontext der Krankentaggeldversicherung (KTG). Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden gezielt zu stärken. Dafür steht ein vielseitiges Präventionsangebot zur Verfügung:
- Betriebliches Gesundheitsmanagement: Wir beraten und unterstützen Firmen dabei, gesunde Arbeitsbedingungen und Veränderungsprozesse konstruktiv zu gestalten. Unsere Workshops helfen Führungskräften und Mitarbeitenden, ihre Kompetenzen im Umgang mit Stress zu stärken und ihre Resilienz zu fördern.
- Präventive Begleitung: Bei Bedarf stehen wir Mitarbeitenden in herausfordernden Situationen zur Seite, um eine Arbeitsunfähigkeit zu verhindern und so ihre Resilienz zu stärken.
- Case Management: Mitarbeitende, die durch Krisen, gesundheitliche Herausforderungen oder längere Ausfälle belastet sind, werden individuell begleitet – vom Wiedereinstieg bis zur schrittweisen Stabilisierung.
Zurich als Arbeitgeberin – Angebote zur Resilienz für Mitarbeitende
Auch Zurich übernimmt als Arbeitgeberin Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden. Dazu gehört, Resilienz gezielt zu fördern und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das mentale Stärke, Selbstfürsorge und den konstruktiven Umgang mit Herausforderungen unterstützt. Mitarbeitende profitieren von verschiedenen Angeboten, die sie im Arbeitsalltag stärken und begleiten:
- Workshops und Trainings:
Interne Angebote zu Themen wie Resilienz, Stressbewältigung und positiver Selbstführung helfen Mitarbeitenden, ihre innere Stärke gezielt auszubauen. - Individuelles Coaching:
Persönliche Beratung unterstützt beim Umgang mit beruflichen oder privaten Herausforderungen und fördert die Entwicklung individueller Lösungsstrategien. - Ruheraum:
Ein Raum für stille Pausen, Achtsamkeitsübungen oder kurze Auszeiten im Arbeitsalltag – zur Förderung von mentaler Erholung und Selbstfürsorge. - Austauschformate:
Gezielte Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten stärken das Gemeinschaftsgefühl und bieten Raum, Erfahrungen und Tipps rund um Resilienz zu teilen.
Mit fachlicher Unterstützung von
Silvia Colmenero
Leiterin Prevention & Health Consulting
Als Leiterin Prevention & Health Consulting im Bereich Leistungen Personenversicherungen bei Zurich bringt sie ihre Expertise in Prävention und Gesundheitsberatung ein.
