Reisen mit Kindern – so macht es Spass

Reisen mit Kindern – so macht es Spass

Sie rangeln auf dem Rücksitz, im vollbesetzten Eurocity wird Ihnen schlecht oder sie jammern am Check-In: Wer mit Kindern verreist, braucht starke Nerven. Mit diesen Tipps kommen Sie entspannter an – egal, welches Verkehrsmittel Sie nutzen:

Spiele fürs Auto

Lange Autofahrten sind für die meisten Kinder schwer auszuhalten. Sorgen Sie für gute Laune auf dem Rücksitz: mit Snacks, einem Hörspiel, Kartenspielen und ausreichend Pausen. Idealerweise starten Sie frühmorgens oder am Abend – und hoffen, dass die Kinder noch ein paar Stunden schlafen. Fahren Sie antizyklisch, damit Sie Staus so weit wie möglich vermeiden. Und packen Sie eine Notfalltasche, falls Sie unterwegs übernachten müssen.

Emily hat mich gehauen!

Icon: Auto

Tortenstücke essen

Teilen Sie Ihre Reisestrecke in Tortenstücke auf, zum Beispiel 6 Stücke à 100 Kilometer für eine Wegstrecke von 600 Kilometer. Nehmen Sie dazu 6 Blätter Karton und malen Sie auf jedes Blatt einen Kreis. Darauf können Sie jeweils markieren, wieviel Stücke bereits «gegessen» sind und Ihren Kindern die entsprechenden Karten übergeben. Für Kindergartenkinder und jüngere Primarschüler wird so der Reisefortschritt besser greifbar. Vielleicht können Sie jedes Tortenstück mit einem Gummibärli, Guetzli oder Mangoschnitz feiern.

 

Junior-Navigator

Machen Sie Ihr (Schul-)Kind zum Navigator und übergeben Sie ihm immer wieder streckenspezifische Aufgaben auf kleinen Karten. Es muss Sie zum Beispiel informieren, wenn das erste Hinweisschild zum Gotthard kommt. Oder Ausschau halten nach dem Flughafen Genf, der Autobahnraststätte Würenlos mit ihrem «Fressbalken», dem Vierwaldstättersee, der Landesgrenze, einer markanten Burg oder dem Meer. So beziehen Sie Ihren Nachwuchs aktiv in die Reise ein und schaffen immer wieder kleine Erfolgserlebnisse. Wenn Sie möchten, können Sie die Entdeckungen auch mit einer Mini-Überraschung belohnen, zum Beispiel mit einem Comic-Heft, einem Snack oder einem Hörbuch.

 

Geschichten erfinden – über andere Reisende

So verkürzen Sie die Zeit im Stau: Denken Sie sich verrückte Geschichten über die Leute in den anderen Autos aus – je haarsträubender, desto besser. Der seriöse Mann im grauen Mercedes ist nämlich in Wirklichkeit ein Geheimagent. Er muss unbedingt den Diebstahl streng geheimer Daten verhindern. Kein Wunder, dass er so nervös wirkt. Und die Familie in dem alten Kombi, die sich gerade offensichtlich streitet? Das Mädchen mit den lockigen Haaren auf dem Rücksitz ist eine verkleidete Prinzessin aus einem wenig bekannten Land am Mittelmeer. Sie sollte entführt werden, deshalb versteckt sie sich aktuell bei einer Gastfamilie… Ihre Kinder haben sicherlich noch viele weitere Ideen.

Spiele für den Zug

Beim Zugfahren ist vieles ähnlich wie im Auto: Man sitzt auf beengtem Raum fest und draussen zieht die Landschaft vorbei. Doch im Grossraumabteil hat jeder Konflikt Zuhörer. In den meisten Fernreisezügen können Sie Abteilplätze reservieren – oder sogar Plätze in den Familienzonen. Dann fallen Sie weniger auf, wenn Sie gefüllte Windeln wechseln, Märchenbücher vorlesen oder Kinderlieder singen. Übrigens: Zwischen 9 und 16 Uhr reisen Sie entspannter, weil kaum Pendler unterwegs sind.

Mamaaaaa, wie lange dauert das noch?

Bahnhofs-Bingo

Geben Sie Ihren Kindern an jedem Bahnhof eine andere Aufgabe: Wer sieht einen Mann mit Vollbart, eine Frau mit rotem Pulli oder einen Kinderwagen? Das funktioniert ebenfalls unterwegs: Wer findet ein schwarzes Pferd? Einen Gartenteich? Ein silbernes Velo? Sie können auch eine Karte vorbereiten, auf der Ihre Kinder die gefundenen Menschen und Gegenstände ankreuzen. Tipp: Machen Sie keinen Wettkampf daraus, der wird schnell zum Wett-Streit. Lassen Sie Ihre Kinder lieber gemeinsam suchen – und gemeinsam gewinnen, wenn sie wieder etwas gefunden haben.
 

Städte-Quiz

Sammeln Sie Fakten über Ihre Reisestationen und machen Sie an jedem Bahnhof ein kleines Quiz daraus: Wer hat Zürich gegründet: Die Kelten? Die Römer? Zwingli? Oder Felix und Regula? Welcher berühmte Mensch stammt aus Genf? Wie heisst die Spezialität von Solothurn? Welche Sehenswürdigkeit befindet sich in Mailand? Geben Sie vier Antworten vor, darunter vielleicht auch etwas Lustiges oder Verrücktes. Und wenn Sie mögen, erzählen Sie noch mehr. Zum Beispiel, woher wir wissen, dass Zürich von den Kelten gegründet wurde – und wer die Kelten waren.
 

Stickern, malen, Karten spielen

Bahnfahrten sind perfekt für alles, was man auf kleinem Raum machen kann: Bringen Sie Ihren Kindern ein neues Kartenspiel bei oder überraschen Sie sie mit einem Mal- oder Stickerbuch. Mittlerweile gibt es komplexe Malbücher für ältere Kinder oder aufwändige Stickerbücher, in denen Ihr Nachwuchs gezeichnete Figuren schminken, stylen und anziehen kann. Andere Hefte kombinieren Comics, Rätsel und Sticker, beispielsweise von Lego.

Spiele für das Flugzeug

Die meisten Kinder finden Flugreisen grossartig – nicht aber das Aufstehen um 4 Uhr morgens. Lassen Sie Ihre Kinder bereits in der Reisekleidung schlafen, so sparen Sie Zeit. Planen Sie eine Stunde zusätzlich ein, dann müssen Sie den Nachwuchs nicht wie störrische Esel durch die Check-In-Halle ziehen. Und bleiben Sie cool, wenn Ihr Zweijähriger sich am Gate vor Wut auf den Boden wirft: Mag sein, dass das 200 Leute mitbekommen. Aber 100 von ihnen denken: «Das habe ich auch schon erlebt» und weitere 50 «Ich war genauso.» Der einzige, der sich aufregt, sind Sie selbst.

Ich will noch schlafen

Wo wir hinfliegen

Erzählen Sie Ihren Kindern Geschichten über das Reiseland, abgestimmt auf ihr Alter: Was gibt es dort zu essen? Welche berühmten Menschen kommen dorther? Welche Pflanzen und Tiere gibt es? Was muss man unbedingt gesehen haben? Welches sind die wichtigsten Meilensteine der Geschichte? Für ein Schulkind können Sie ein Buch besorgen, das in diesem Land spielt. Oder Sie lassen es in Ihrem Reiseführer schmökern.
  

Machen Sie das Fliegen zum Thema

Besorgen Sie ein Bilderbuch oder ein Sachbuch zum Thema «Fliegen», zum Beispiel aus der Reihe «Was ist Was». Sie können es gemeinsam mit den Kindern anschauen und alle offenen Fragen beantworten. Oder Sie lesen einen Roman vor, in dem Flugzeuge eine wichtige Rolle spielen: Klassiker wie «Das Tal der Abenteuer» von Enid Blyton, «Das fliegende Klassenzimmer» von Erich Kästner oder als Bilderbuch «Lindbergh – die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus». Es gibt auch diverse Hörspiele zum Thema Fliegen.
 

Bringen Sie die Kinder in Bewegung

Noch zwei Stunden bis zum Abflug… Bringen Sie Ihre Kinder in Bewegung, bevor sie kribbelig und anstrengend werden. Während der eine Elternteil aufs Gepäck aufpasst, macht der andere das Treppenspiel: Schaffen wir es, in 15 Minuten insgesamt 150 Treppenstufen zu erklimmen? Oder Sie gehen exakt 555 Schritte – anschliessend können sich die Kinder vom nächstgelegenen Café oder Kiosk ein Dessert aussuchen. Eine weitere Möglichkeit ist der Stoppuhr-Spaziergang: Alle fünf Minuten darf ein anderes Kind die Führung übernehmen und lotst die anderen dahin, wo es ihm am besten gefällt.

Rundum abgesichert

Eine Reiseversicherung übernimmt die Stornokosten, falls ein Kind unerwartet krank wird und zahlt zum Beispiel bei einem Unfall im Reiseland für den Rücktransport. Eine Assistance schützt Sie bei Pannen und über die Hausratversicherung können Sie Ihr Gepäck versichern. Schliessen Sie den Superdiebstahl ein, zahlt die Versicherung sogar für das notwendige Ersatzgepäck, falls Ihr Koffer irrtümlich an einen anderen Ort fliegt.