Haustiere im Auto

Haustiere im Auto

Haustiere gehören zur Familie, also dürfen sie doch auch mit in die Ferien oder begleiten ihre Besitzer beim Wochenendausflug. Im Alltag sind sie ebenfalls gelegentlich Passagiere, zum Beispiel auf dem Weg zum Tierarzt oder in die Hundeschule. Alles kein Problem, sofern man einige sinnvolle Vorkehrungen trifft.

In der Regel sind Hunde und Katzen die häufigsten Reisebegleiter im Auto. Damit die Fahrt weder für Mensch noch Tier zum Stress wird, sollten Sie gut überlegen, wie Sie Ihren Vierbeiner im Auto unterbringen und wie Sie Ihre Reise planen. Neben der guten Stimmung geht es vor allem um die Sicherheit – und auch um gesetzliche Vorschriften.

Haustiere gelten als «Ladegut»

Tiere sind heute aus rechtlicher Sicht keine Sachen mehr. Da das Strassenverkehrsgesetz für in Personenwagen mitgeführte Haustiere aber keine besonderen Regeln vorsieht, gelten sie rechtlich immer noch als Ladegut. Die Ladung «ist so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann», lautet die Vorschrift. Klar ist damit, dass das Haustier keine deutliche Störung oder Behinderung des Fahrzeuglenkers verursachen darf. Wie man diese Anweisung konkret umgesetzt, bleibt jedem Tierbesitzer selbst überlassen – im Rahmen dessen, was das Tierschutzgesetz vorgibt.

Box oder Gurt?

Nicht immer muss der Hund in einer Box im Kofferraum sitzen – im Fachhandel sind auch Sicherungsgurte und Hundesitze für die Rückbank erhältlich. Deshalb lohnt sich eine Beratung, die auch auf das individuelle Temperament des Tieres eingeht. Im Gegensatz zu Hunden neigen Katzen dazu, sich während der Fahrt im Auto zu bewegen. Das kann den Fahrer oder die Fahrerin erheblich stören, ist im Strassenverkehr gefährlich und kann von der Polizei mit einer Geldbusse belegt werden. Deshalb ist Kater Garfield oder Katze Mimi am sichersten in einer Katzenbox aufgehoben, die man gut im Fussraum zwischen Vorder- und Rücksitz unterbringen kann. Dort finden übrigens auch die Käfige von Kleintieren und Vögeln einen guten und sicheren Platz. 
Geben Sie den tierischen Passagieren vor der Fahrt Gelegenheit, sich an ihre Box zu gewöhnen. Dann ist die Gefahr auch kleiner, dass sich speziell Katzen in Panik verstecken, sobald die Transportbox auftaucht – was die Abfahrt durchaus verzögern kann. Wer weiss, dass sein Hund oder seine Katze gestresst auf Autoreisen reagiert, kann vielleicht mit dem Tierarzt über Beruhigungsmittel sprechen.

Wenn der Hund zum Geschoss wird

So seltsam es klingen mag – mitreisende Tiere können für die Passagiere höchst gefährlich werden. Prallt der Wagen mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h auf ein Hindernis, fliegt ein ungesicherter, 20 Kilogramm schwerer Hund wie ein Geschoss durch das Fahrzeuginnere, und zwar mit einer Wucht von mehr als einer halben Tonne. Es bedarf nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, welche Auswirkungen das auf die Insassen haben kann. Es ist deshalb sehr wichtig, Tiere sicher zu platzieren. Ein Trenngitter oder -netz zwischen Ladezone und Fahrgastraum reduziert die Gefahr «fliegender Hunde». Diese Sicherheitsmassnahmen sollten Sie übrigens auch auf kurzen Strecken beachten.

Ein Tier ist auch «nur ein Mensch»

Jeweils nach 1 bis 1,5 Stunden ist ein Halt geboten, damit sich die Tiere bewegen, Gassi gehen sowie fressen und trinken können. Zum Reisegepäck gehören Tierfutter, Wasser und Fressnapf. Und natürlich ausreichend Leckerli, mit denen Hund oder Katze beruhigt und belohnt werden können. Fahren Sie defensiv, um abrupte Brems- und Beschleunigungsmanöver zu vermeiden, die Ihr Tier zusätzlich stressen. Sollte es sich dennoch auffällig verhalten, halten Sie besser sofort an und sehen Sie nach, was die Ursache ist.

Tiere im Auto zurücklassen – ein «heisses» Thema

Ein – buchstäblich – heisses Thema ist das Zurücklassen von Tieren im Auto. Auch wenn es draussen angenehm mild ist, können die Temperaturen im Auto bei Sonnenschein sehr schnell stark ansteigen. Selbst ein leicht geöffnetes Seitenfenster hilft da nur begrenzt. Hitze im Auto erweist sich immer wieder als fatale Falle für die Tiere. Sie können sogar innert Minuten einen tödlichen Hitzschlag erleiden. Das tut dem Tierhalter nicht nur persönlich weh, sondern er könnte zudem rechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Schliesslich sind Haustiere auch unterwegs vom Tierschutzgesetz geschützt.
Apropos Schutz: Als Zusatzbaustein Ihrer Motorfahrzeugversicherung können Sie eine Insassen-Unfallversicherung abschliessen. Diese zahlt beispielsweise bei Zurich auch für die Behandlungskosten Ihres Haustiers in Folge eines Verkehrsunfalls.

Andere Länder – andere Gesetze

Wenn Sie mit einem Tier ins Ausland fahren, sollten Sie sich frühzeitig kundig machen, welche Vorschriften dort gelten. Beispielsweise dürfen in Dänemark Hunde mancher Rassen nicht einreisen. In jedem Fall sollten Sie für jedes mitfahrende Tier einen Impfausweis dabeihaben und klären, ob es nur gegen Tollwut oder auch gegen andere Krankheiten geimpft sein muss.
Egal, ob Sie nur zum Supermarkt oder auf eine Ferienreise ins Ausland fahren wollen – fragen Sie sich jedes Mal, ob die Reise auch im Sinne Ihres Tieres ist. Manche Vierbeiner sind echte Globetrotter, doch andere würden die Zeit entspannter bei einem netten Nachbarn, einer lieben Katzengotte oder allenfalls einer guten Tierpension verbringen. Das enthebt Sie unterwegs aller Sorgen – und vielleicht ist es für Ihren Hund oder Ihre Katze sogar eine spannende Abwechslung.

Im Auto sicher und gut unterwegs mit Haustieren

  • Platzieren Sie mitreisende Haustiere sicher im Auto. Nutzen Sie das Angebot an Sicherungssystemen wie Tierboxen, Sicherungsgurte, Hundesitze oder Trennsysteme.
  • Für die Fahrt über die Landesgrenzen muss der Impfausweis dabei sein.
  • Informieren Sie sich über Einreise- und Transportbestimmungen in Ihren Reise- bzw. Durchreiseländern.
  • Unterbrechen Sie die Fahrt häufig, damit sich Hunde bewegen und Gassi gehen können.
  • Belohnen Sie Ihr Tier bei längeren Fahrten zwischendurch mit seinen Lieblingsleckerlis.
  • Führen Sie Lieblingsdecke und -spielzeug Ihres Haustieres mit, Vertrautheit reduziert Stress.
  • Fahren Sie vorausblickend – eine ruhige Fahrweise begrenzt auch für Tiere den Stress.
  • Lassen Sie Haustiere nie im Auto zurück, wenn die Sonne scheint.
  • Bringen Sie Tiere auch auf kurzen Strecken sicher im Fahrzeug unter.
  • Beachten Sie, dass es bei einem Unfall zu einer Kürzung der Versicherungsleistung wegen Grobfahrlässigkeit kommen kann, wenn Tiere nicht sachgemäss gesichert waren.