Entspannter heiraten – so klappt’s

Entspannter heiraten – so klappt’s

Frau Hochheuser, was sollte ein Paar beachten, damit seine Hochzeit wirklich «der schönste Tag im Leben» wird?

Es wäre schade, wenn der schönste Tag im Leben bereits mit der Hochzeit vorbei wäre: Sie ist ein wichtiger Meilenstein, aber das Paar wird hoffentlich noch viele gemeinsame Highlights erleben. Wer die Ansprüche auf ein realistisches Mass herunterschraubt, steht am grossen Tag weniger unter Druck und kann ihn besser geniessen.

Apropos geniessen: Viele Paare haben recht wenig von ihrer eigenen Hochzeit, weil sie permanent organisieren. Wie kann man das verhindern?

Im Vorfeld darf das Brautpaar so viel organisieren, wie es Lust und Zeit hat. Für den Hochzeitstag sollte es aber einen Zeremonienmeister bestimmen – einen Menschen mit Organisationstalent, Führungserfahrung und Durchsetzungsvermögen. Der Zeremonienmeister ist am Hochzeitstag für alles Organisatorische verantwortlich und entlastet so nicht nur das Brautpaar, sondern auch die Trauzeugen. Diese können sich dann ganz auf das Wohlbefinden von Braut und Bräutigam konzentrieren.

Wenn man alles selbst gut organisieren kann, welchen Mehrwert bringen Sie dann als Hochzeitsplanerin?

Viele Leute glauben, eine Hochzeitsplanerin würde wie im Hollywood-Film die komplette Hochzeitsvorbereitung übernehmen und das Brautpaar könne nichts mehr selbst entscheiden. Dabei geht es oft nur darum, an strategisch wichtigen Punkten zu begleiten. Entsprechend muss ein Hochzeitsplaner auch nicht Tausende von Franken kosten. Vielen Paaren bringt schon ein erstes Beratungsgespräch sehr viel. Anschliessend organisieren sie vielleicht das meiste selbst, wissen aber, worauf sie achten müssen. Sie wissen, wo sie bei der Planung beginnen müssen, und auch, mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Viele beliebte Hochzeitslokalitäten sind an den Samstagen im Sommer bereits spätestens ein Jahr im Voraus ausgebucht; die Planung beginnt darum meistens mit der Lokalitätensuche für Trauung, Apéro und Bankett.

Für welche Tipps sind die Paare besonders dankbar?

Als erfahrene Hochzeitsplanerin kenne ich die Herausforderungen, die am grossen Tag auf das Paar warten. Meine Tipps tragen dazu bei, dass hoffentlich den ganzen Tag über eine entspannte Stimmung herrscht und das Brautpaar auch Zeit für Zweisamkeit hat – ohne dass es gleich stundenweise die Gäste allein lässt. Viele vergessen, dass sie am Hochzeitstag auch Gastgeber sind und ein guter Gastgeber dafür sorgt, dass es auch den Gästen gut geht. Eine gute Ablaufplanung mit viel Liebe zum Detail sorgt dafür, dass der Hochzeitstag für alle Beteiligten in einem positiven Sinne unvergesslich wird.

Was ist für Sie eine gelungene Hochzeit?

Für mich ist eine Hochzeit dann gelungen, wenn alle Beteiligten sie geniessen konnten. Allen voran natürlich das Brautpaar, aber auch die Trauzeugen, alle anderen Gäste und die involvierten Hochzeitsdienstleister – auch diese arbeiten besser, wenn gut geplant wurde und sie entsprechende Wertschätzung erhalten.

Was war Ihre grösste Herausforderung bislang – was hat Sie am meisten berührt?

Meine grösste Herausforderung war eine Hochzeit, die für das Fernsehen aufgezeichnet wurde. Die Kunst war, den Spagat zwischen filmreifer Inszenierung und Authentizität zu schaffen. Hier waren die richtige Planung und die Koordination vor Ort doppelt wichtig, damit das Paar die Hochzeit trotz ständiger Kamerabegleitung geniessen konnte.

Was mich am meisten berührt, ist, wenn Freude und Trauer nah beieinanderliegen. Wenn zum Beispiel im Vorfeld einer Hochzeit liebe Angehörige schwer erkranken oder sogar versterben. Vielen ist dann nicht mehr nach Heiraten zumute, und dann sehe ich es als meine Aufgabe, die Hochzeit erst recht zu einem schönen Fest zu machen, von dem sie noch lange zehren können. Am Hochzeitstag darf ruhig die eine oder andere Träne fliessen – dieses Fest lebt von den Emotionen. Auch ich vergiesse sie immer noch.

Wenn mich Hochzeiten irgendwann einmal nicht mehr zu Tränen rühren sollten, wäre es Zeit, aufzuhören.

Abschlussfrage: Haben Sie ein Gefühl dafür, welche Ehe halten wird und welche nicht?

Die Nachricht, dass eine Ehe gescheitert ist, habe ich erst einmal erhalten, mit dem Kommentar «An dir hat es nicht gelegen.». Was ich häufig bekomme, sind Geburtsanzeigen. Und eines kann man mit Sicherheit sagen: Aus wunderschönen Erinnerungen an einen einmaligen Tag lässt sich Kraft schöpfen, Energie, die man braucht, wenn der Alltag mal nicht ganz so rosig verläuft. Und auch das gehört ja zum Leben.
Yvonne Hochheuser

Yvonne Hochheuser

(*1970) ist Präsidentin des Verbandes Unabhängiger Schweizerischer Hochzeitsplaner (VUSH) und arbeitet als Hochzeitsplanerin und freie Trauungsgestalterin. Ausserdem hat sie den Diplomlehrgang Hochzeitsplaner ins Leben gerufen.

Abgesichert, wenn etwas schiefgeht

Manchmal kommt alles anders als geplant: Was tun, wenn die Schifffahrtsgesellschaft plötzlich Insolvenz anmelden muss? Wenn der Trauzeuge einen schweren Unfall hat? Oder sogar der Bräutigam den Platz in der Kirche mit einem Spitalbett eintauschen muss? In diesem Fall muss die Hochzeit verschoben oder gar abgesagt werden. Zu der Enttäuschung kommt auch noch der finanzielle Schaden hinzu. Glücklicherweise kann man diesen mit einer Hochzeitsversicherung begrenzen. Zum Preis von 76 Schweizer Franken lässt sich die Hochzeit für bis zu 20’000 Schweizer Franken versichern, und zwar bis zu einem Jahr im Voraus. Ist das Fest massiv teurer, kein Problem – mit einer zweiten Versicherung deckt man einfach weitere 20’000 Schweizer Franken ab.
Die Versicherung kann man auch jemandem schenken, zum Beispiel als Trauzeuge. Sogar falls die Braut sich nicht traut oder der Bräutigam auf Abwege gerät, zahlt Zurich das Geld zurück. Doch Achtung: Die Liebe selbst lässt sich nicht versichern.