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Die Schweiz altert: Warum Demografie uns alle betrifft

Der demografische Wandel hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Deshalb ist es wichtig, Bescheid zu wissen.
Eine Gruppe von Menschen auf einer belebten Straße, die von hinten aufgenommen wurde.

Demografischer Wandel in der Schweiz: Worum geht es?

Die Schweiz wird älter: Die Lebens­erwartung steigt und gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren. So erhöht sich das Durchschnitts­alter der Bevölkerung und der Anteil älterer Menschen wird immer grösser. 

Die Veränderungen sind eine Heraus­forderung für die Gesamt­gesellschaft – und für jede und jeden Einzelnen. Deshalb ist es wichtig, sich damit auseinander­zusetzen und voraus­schauend zu handeln.

Der wichtigste Trend: viele Alte, wenige Junge

Laut den neuesten Szenarien des Bundesamtes für Statistik von 2025 für das Bevölkerungs­wachstum wird es – ohne weitreichende politische Eingriffe – bis 2050 voraus­sichtlich zwischen 9,32 und 11,34 Millionen Menschen in der Schweiz geben, das wahr­scheinlichste Szenario geht von 10,32 Millionen Menschen aus. Die Szenarien hängen vor allem von drei Faktoren ab: Geburten­entwicklung, Lebens­erwartung und Zuwanderung.

Mehr Rentner im Verhältnis zu Erwerbstätigen
Gleichzeitig wird sich der Alters­quotient erhöhen. Dieser beschreibt das Verhältnis von Personen im Rentenalter (65+) zu Personen im Erwerbsalter (20 bis 64). Von 2025 bis 2050 wird sich das Verhältnis voraussichtlich von 33 zu 100 auf 43.3 zu 100 verschieben. Das bedeutet: Heute kommen auf 1 Rentner 3 Erwerbstätige, bis Mitte des Jahrhunderts wird das Verhältnis wahrscheinlich annähernd 1 zu 2 sein.  Auch die Zahl der Hochbetagten (80+) wird stark ansteigen. Im Jahr 2025 waren 6% der Bevölkerung älter als 80 Jahre. Bis 2050 dürften es 9,7% sein, also fast jede zehnte Person.

Demografischer Wandel: Warum altert die Schweiz?

Der demografische Wandel in der Schweiz wird von drei zentralen Faktoren beeinflusst:

Geburtenrate:
Seit Jahrzehnten werden weniger Kinder geboren, aktuell liegt die Geburtenrate auf einem historischen Tiefstand: Lag die Anzahl der Kinder 1964 noch bei 2.7 Kindern pro Frau, sind es aktuell nur noch 1.29. Notwendig für eine konstante Bevölkerung mit ausgeglichener Alters­struktur wären jedoch 2.1 Kinder pro Frau. Ohne Zu­wanderung über­wiegend junger Menschen wäre der Alterungseffekt noch viel markanter.

Lebenserwartung:
Dank medizinischem Fortschritt und besseren Lebens­bedingungen steigt die Lebenserwartung in der Schweiz kontinuierlich an, nach einer Mini-Delle durch Corona im Jahr 2020 setzt sich der Trend fort. Aktuell (2024) werden Frauen im Schnitt 85.9 Jahre alt und Männer 82.4 Jahre alt. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern liegt damit bei 3.5 Jahren und wird kleiner: 1990 waren es noch fast 7 Jahre.

Hat man erst einmal das Pensions­alter erreicht (65 Jahre), ist die Lebens­erwartung sogar noch etwas höher: Aktuell kann ein Mann noch mit 20.4 Lebens­jahren rechnen, eine Frau sogar mit 23 Jahren. Auch dieser Wert ist ständig gestiegen. So erreichen immer mehr Menschen ein hohes Alter, der Anteil der Älteren an der Bevölkerung wächst. Gleich­zeitig muss das bis zur Pensionierung angesparte Geld heute deutlich länger halten als früher.

Migration:
Zuwanderung spielt eine wichtige Rolle bei der Bevölkerungs­entwicklung: Wenn mehr Menschen ein- als auswandern, erhöht sich die Bevölkerung. Weil Migrantinnen und Migranten meistens jung sind, haben sie einen positiven Effekt auf die Bevölkerungs­struktur und «verjüngen» das Durch­schnittsalter. Das Bundesamt für Statistik geht in allen Szenarien davon aus, dass ab den 2030er-Jahren weniger Menschen in die Schweiz kommen, denn auch die europäischen Nachbar­länder stehen vor ähnlichen demografischen Heraus­forderungen: Sie werden weniger junge Menschen haben, und diese werden in den eigenen Ländern benötigt.

Tabelle mit Szenarien zur Geburtenrate, Lebenserwartung, Wanderungssaldo und erwarteter Bevölkerung 2050.
Quelle: Bundesamt für Statistik – drei Szenarien für das Bevölkerungswachstum

Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels

Der demografische Wandel hat weitreichende Auswirkungen auf zentrale Bereiche unseres Lebens und der Gesellschaft:

Sozialwerke und Rentensystem
Die steigende Lebens­erwartung und der wachsende Anteil älterer Menschen stellen das Umlageverfahren der AHV (staatliche Vorsorge) vor grosse Herausforderungen. Denn immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr Rentenbezüger finanzieren, welche immer länger Leistungen beziehen. So gerät das Gleich­gewicht im Generationen­vertrag ins Wanken. Ohne Anpassungen drohen höhere Beiträge oder tiefere Renten. Weniger dramatisch ist die Situation in der betrieblichen Altersvorsorge, dem BVG, sowie in der privaten Vorsorge. Denn dort spart jede und jeder für sich selbst.

Gesundheitswesen
Mit mehr Hochbetagten über 80 Jahren steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung und Pflege­leistungen. Denn viele Menschen sind in ihren letzten Lebensjahren zunehmend auf Hilfe angewiesen. Es ist eine grosse gesellschaftliche Aufgabe, diese Unter­stützung sicherzustellen und damit auch im hohen Alter eine möglichst hohe Autonomie und Lebens­qualität zu ermöglichen. Entsprechend braucht es mehr Fachkräfte, aber auch innovative Betreuungs­konzepte. Gleichwohl müssen diese Lösungen finanzierbar bleiben.

Arbeitsmarkt
Durch den sinkenden Bevölkerungs­anteil junger Erwerbstätiger kann es zu einem Fach­kräftemangel kommen. Auch ist eine alternde Gesellschaft möglicherweise weniger gut in der Lage, etwa das Potenzial von Künstlicher Intelligenz optimal zu erschliessen. Durch die demografische Entwicklung können andererseits Chancen entstehen, etwa für ältere Mitarbeitende, die länger im Berufsleben bleiben möchten. Auch die Bedeutung von Weiter­bildung und flexiblen Arbeitsmodellen wächst.

Infrastruktur
Wenn es mehr Ältere und weniger Jüngere gibt, hat dies auch Auswirkungen für die Infrastruktur: Es braucht mehr barrierefreie Wohnungen, neue Ideen für generationen­übergreifendes Zusammenleben und Quartiere, in denen auch alte Menschen mobil bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Wohlstand
Die Überalterung der Gesellschaft kann den Wohlstand der Schweiz bedrohen. Dieses Risiko lässt sich mit angemessenen Lösungen für die demografischen Heraus­forderungen entschärfen. Möglicherweise wird Künstliche Intelligenz dabei helfen, die fehlenden Fachkräfte zu ersetzen und auch mit weniger Erwerbstätigen produktiv und erfolgreich zu bleiben. 

Fazit
Der demografische Wandel birgt Risiken für die finanzielle Stabilität und Versorgung – eröffnet aber auch Chancen für Innovation, neue Lebens­modelle und mehr Generationensolidarität.

Demografie und persönliche Vorsorge

Die Veränderungen der Alters­struktur und der demografische Wandel beeinflussen bei allen Menschen unmittelbar die eigene Vorsorgeplanung. Wer heute im Berufs­leben steht, muss davon ausgehen, dass staatliche und betriebliche Leistungen je länger desto weniger ausreichen, um den aktuellen Lebens­standard zu halten. Umso bedeutsamer wird die private Vorsorge als notwendige Ergänzung.

Vorsorgelücken erkennen und schliessen
Mit steigender Lebens­erwartung verlängert sich die Pensionszeit - das Geld muss länger reichen. Gleich­zeitig spricht vieles dafür, dass mindestens das staatliche Rentenniveau in den kommenden Jahr­zehnten sinken wird. Mehr Ausgaben, weniger Einnahmen: Daraus entstehen Vorsorgelücken. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, die eigene Vorsorge­situation frühzeitig zu analysieren und aktiv zu verbessern. 

Angesichts des demografischen Wandels ist die private Vorsorge ein unverzichtbarer Baustein für finanzielle Sicherheit im Alter. Wer heute handelt, bleibt morgen unabhängig.

Handlungsempfehlung

Lassen Sie Ihre persönliche Vorsorge­situation regelmässig analysieren: Prüfen Sie den aktuellen Stand, schliessen Sie mögliche Lücken und berück­sichtigen Sie auch die demografische Entwicklung bei Ihrer Zukunfts­planung.

Zurich als Partnerin für die Altersvorsorge

Bei Zurich beraten wir täglich Menschen rund ums Thema Alters­vorsorge und erleben aus erster Hand, wie stark der demografische Wandel viele Menschen beschäftigt. Gleichzeitig erfahren wir in unzähligen Beratungs­gesprächen, wie Menschen mit gezielten Entscheidungen erfolgreich die Weichen für finanzielle Freiheit im Alter stellen. 

Praxis-Tipp aus der Beratung: Je früher, desto besser
Wer sich erst «mitten im Leben» mit der Alters­vorsorge beschäftigt, verpasst wichtige Chancen. Es lohnt sich, bereits in jungen Jahren mit dem Sparen zu beginnen und so maximal vom Zinses­zinseffekt zu profitieren. So lässt sich bei gleichem Einsatz ein deutlich höheres Ergebnis erzielen.

Checkliste: Wichtige Fragen für die Vorsorge

  • Wie stelle ich mir mein Leben im Alter vor?
  • Kann ich mir den gewünschten Lebens­standard nach der Pensionierung noch leisten?
  • Wie gut wäre ich abgesichert, falls ich von Krankheit oder Unfall betroffen bin?
  • Mit welchen Geldern kann ich aus der staatlichen und aus der beruflichen Vorsorge rechnen?
  • Hole ich in der 3. Säule bereits das Optimum heraus?

Wir unterstützen Sie dabei, Antworten auf diese Fragen zu finden – und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Sprechen Sie mit uns über Ihre Vorsorge

Bei Zurich beraten wir Sie umfassend zu allen Vorsorgethemen. Auch eine Pensions- oder Finanzplanung ist möglich. Wir freuen uns auf Sie!

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