Was bedeutet Langlebigkeitsrisiko?
Die Menschen in der Schweiz leben immer länger. Ein 65-jähriger Mann kann heute durchschnittlich mit rund 20 weiteren Lebensjahren rechnen, eine gleichaltrige Frau mit rund 23 Jahren. Ein Teil der Bevölkerung wird noch deutlich älter.
Das sogenannte Langlebigkeitsrisiko beschreibt die Gefahr, dass das vorhandene Kapital bei einem langen Leben nicht bis ans Lebensende ausreicht. Gleichzeitig müssen auch steigende Gesundheits-, Betreuungs- und Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden.
Denn die statistische Lebenserwartung beschreibt nur Durchschnittswerte. Erreicht etwa ein Mann nach der Pensionierung nicht das erwartete Alter 85, sondern wird 95 Jahre alt, so muss sein Kapital für 30 statt 20 Jahren ausreichen. Je nach Gesundheitszustand können in diesen zusätzlichen Lebensjahren ausserdem Kosten etwa für Pflege oder Betreuung entstehen.
Die Geschichte der Altersvorsorge
Wer sein Pensionskassenguthaben als Rente bezieht, erhält grundsätzlich ein lebenslanges Einkommen. Damit ist das eigentliche Langlebigkeitsrisiko weitgehend abgesichert.
Eine feste Rente schützt jedoch nur begrenzt vor Inflation. Bleibt die Rentenhöhe über viele Jahre unverändert, verliert sie schrittweise an Kaufkraft. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2% lässt sich etwa für CHF 5’000 in 20 Jahren nur noch ungefähr so viel kaufen wie heute mit rund CHF 3’340.
Hinzu kommen sinkende Umwandlungssätze in der beruflichen Vorsorge. Sie führen dazu, dass aus dem gleichen Pensionskassenguthaben eine spürbar tiefere jährliche Rente entsteht als angenommen. Ein Umwandlungssatz von 5% ergibt bei einem Kapital von CHF 500’000 beispielsweise eine Jahresrente von gerade einmal CHF 25’000. Bei einem Umwandlungssatz von 6% wären es noch CHF 30’000.
Das Kapital weiterarbeiten lassen
Eine Alternative zum vollständigen Rentenbezug ist der Zurich Invest Auszahlungsplan. Dabei bleibt das Kapital in Wertschriften wie Aktien, Obligationen, Immobilien oder Gold investiert und wird schrittweise ausbezahlt.
Das Kapital kann dadurch weiterhin von den Finanzmärkten profitieren. Langfristig besteht so die Chance, die Auswirkungen der Inflation zu reduzieren und die Kaufkraft dank höherer Renditen besser zu erhalten. Mit der Aussicht auf höhere Renditen steigen üblicherweise allerdings auch die Kursschwankungen der Wertschriften.
Je näher der Auszahlungsplan seinem Ende kommt, desto stärker wird das Risiko reduziert. Das Vermögen wird schrittweise in sicherheitsorientiertere Anlagen umgeschichtet. Dadurch sollen grössere Wertschwankungen vor dem geplanten Laufzeitende begrenzt werden.
Ein Auszahlungsplan bietet zudem Flexibilität: Die Höhe der Auszahlungen kann angepasst, Zahlungen können pausiert und zusätzliche Bezüge vorgenommen werden. Anders als eine lebenslange Rente ist er jedoch zeitlich begrenzt.
Steigende Lebenserwartung und Herausforderungen der Altersrente
Für sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger bietet Zurich eine private Altersrente an. Dabei wird ein Kapitalbetrag in ein lebenslanges, vertraglich festgelegtes Einkommen umgewandelt.
Die Lösung eignet sich insbesondere für Personen, die Planungssicherheit wünschen und ihr Vermögen nicht direkt in Wertschriften investieren möchten. Je nach Vertragsgestaltung können Hinterbliebene über eine Todesfallleistung begünstigt werden. Damit kann ein verbleibender Betrag an Angehörige weitergegeben werden – dasselbe gilt auch für den wertschriftenbasierten Auszahlungsplan.
Bei einer klassischen Pensionskassenrente ist das eingebrachte Kapital dagegen grundsätzlich nicht frei vererbbar. Hinterlassenen-Leistungen richten sich nach dem Gesetz und dem Reglement der jeweiligen Pensionskasse.
Auch steuerlich kann sich eine private Altersrente aus freiem Vermögen von einer Pensionskassenrente unterscheiden und im Vergleich tiefere Einkommenssteuern ermöglichen. Das hängt jedoch von der Ausgestaltung der Lösung und der persönlichen Situation ab.
Rente, Auszahlungsplan oder eine Kombination?
Die verschiedenen Lösungen erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse:
- Eine Pensionskassenrente bietet ein lebenslanges Einkommen, jedoch nur einen begrenzten Inflationsschutz.
- Ein Auszahlungsplan bietet Renditechancen, Flexibilität und die Möglichkeit, das Kapital weiterhin investiert zu lassen. Allerdings müssen Wertschwankungen getragen werden, und die Auszahlung ist nicht zwingend lebenslang.
- Eine private Altersrente bietet eine hohe Planungssicherheit und kann mit einer Hinterlassenen-Absicherung verbunden werden. Dafür verzichtet die versicherte Person weitgehend auf die direkten Renditechancen einer Wertschriftenanlage.
Häufig kann eine Kombination sinnvoll sein: Die regelmässigen Grundausgaben werden durch lebenslange Renten gedeckt, während ein weiterer Teil des Vermögens investiert bleibt. So lassen sich Sicherheit, Flexibilität und Renditechancen miteinander verbinden.
Welche Lösung geeignet ist, hängt von der persönlichen und finanziellen Situation ab. Eine umfassende Beratung hilft, Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Pensionskasse, Vermögen, Anlagen, Steuern und familiäre Bedürfnisse gemeinsam zu betrachten – damit ein langes Leben auch finanziell eine erfreuliche Perspektive bleibt.


