Betriebshaftpflicht: kleiner Fehler – grosse Folgen

Betriebshaftpflicht: kleiner Fehler – grosse Folgen

Nobody is perfect – jeder von uns macht mal einen Fehler. Doch manche Fehler haben grössere Auswirkungen als andere. Das gilt vor allem im Wirtschaftsleben. Dort können kleine Unachtsamkeiten weitreichende Folgen haben.

Peinlich, aufwendig und kostspielig

«Das gibt’s doch gar nicht», das denkt sich jeder, der mal wieder in der Zeitung oder im Internet von einer spektakulären Rückruf­aktion liest. Doch faktisch sind es nicht die dramatischen Schlagzeilen­fälle, die Schweizer Firmen Kopf­zerbrechen bereiten. Es sind vielmehr die alltäglichen Fehler, die sich als peinlich, aufwendig und oft auch als kost­spielig erweisen. Zum Beispiel, wenn die Putz­frau auf dem Weg nach Hause den General­schlüssel eines Büro­gebäudes in der S-Bahn liegen lässt.

Generalschlüssel in der S-Bahn vergessen!

Einen Moment lang nicht aufgepasst

1,1 Milliarden Schweizer Franken haben die Schweizer Versicherer 2015 ausgezahlt, weil Firmen oder ihre Mitarbeitenden Aussen­stehenden Schäden zugefügt haben, seien es Kunden, Geschäfts­partner oder Nach­barn des Unternehmens. Die meisten dieser Schäden fallen unter die Kategorie «dumm gelaufen». Da hat jemand einen Moment lang nicht aufgepasst, sich verrechnet, eine Maschine nicht korrekt eingestellt oder ins falsche Fach gegriffen. Und wer kann sich davon schon freisprechen?

Zimmerbrand in der Luxus-Suite

Spitzenreiter unter den Schaden­fällen sind Sach­schäden als Folge von Reparatur­arbeiten beim Kunden. Das kann zum Beispiel ein Lavabo sein, das bei der Montage auf den Badezimmer­boden fällt und mehrere Fliesen zerschlägt. Auf Rang zwei der häufigsten Haftpflicht-Schäden stehen gemäss Erfahrungs­werten der Branche Vermögens­schäden als Folge­kosten eines Arbeits­fehlers. Typischer Fall: Die Handwerker­firma verursacht bei Installations­arbeiten in der Präsidenten­suite eines Luxus­hotels einen Zimmer­brand  – in der Folge kann das Zimmer tagelang nicht vermietet werden.

Wenn sich Kunden verletzen

Erstaunlich, aber wahr: Klassische Produktions­fehler kommen erst auf Rang drei der häufigsten Haftpflicht­fälle, wie zum Beispiel die Serie von Kaffee­maschinen, die Sicherheits­mängel aufweisen und deshalb zurückgerufen werden müssen. Die Kosten dafür sind in der Grund­versicherung oder über ein Zusatz­modul gedeckt. Den vierten Platz der häufigsten Schaden­fälle belegen verletzte Kunden: Vielleicht rutscht jemand auf einer feuchten Fläche aus oder ein Sportler zieht sich im Fitness­center an einem falsch eingestellten Gerät eine Verletzung zu.

Unglückseliger Uhrmacher

An fünfter Stelle finden sich Schäden beim Be- und Entladen: Ein Bauhand­werker erhält Materialien. Beim Ausladen fassen seine Monteure mit an und beschädigen dabei dem Lieferanten die Tür des nagel­neuen Transporters. Ebenfalls häufig, aber nur über eine Zusatz­deckung versicherbar sind «unmittelbare Tätigkeits­schäden». Das wäre zum Beispiel der unglück­selige Uhr­macher, dem beim Reinigen der antiken Stand­uhr ein Pendel abbricht.

Unberechtigte Ansprüche abwehren

Eine Betriebs­haftpflicht­versicherung lohnt sich für jedes Unternehmen damit zum Stress mit dem Geschäfts­partner oder Kunden nicht auch noch unabsehbare finanzielle Folgen kommen. Die Versicherung zahlt nicht nur für begründete Forderungen, sondern wehrt auch ungerecht­fertigte Ansprüche ab: Mag sein, dass der Restaurant­gast eine Stunde nach dem Tiramisu Magen­probleme bekommen hat – doch der Grund war eben nicht das Dessert, sondern sein neues Medikament.