- Unsicherheit: Kann ich meinen Lebensstandard im Alter halten?
- Lebensstandard: Pensionierte sind optimistischer als Erwerbstätige
- Die grössten Sorgen der Erwerbstätigen
- Die faktischen Risiken der Pensionierten
- Frühzeitig handeln – und Risiken abfedern
- Anlagestrategie: konservativ
- Bei der Säule 3a wagen Junge mehr Risiko
- Fazit
Unsicherheit: Kann ich meinen Lebensstandard im Alter halten?
In diesem Jahr beschäftigt sich die Sicherheitsstudie intensiv mit der Zukunftsplanung der Menschen in der Schweiz. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Sorge um den Lebensstandard nach der Pensionierung: Nur 46% der befragten Erwerbstätigen fühlen sich im Hinblick auf ihre finanzielle Absicherung fürs Alter sicher – rund die Hälfte empfindet Unsicherheit. Ebenfalls geht nur gut die Hälfte der Erwerbsbevölkerung (53%) davon aus, den Lebensstandard im Alter halten zu können. Lediglich 11% sind sich dessen sicher.
Lebensstandard: Pensionierte sind optimistischer als Erwerbstätige
Die heutigen Pensionierten zeichnen hingegen ein deutlich positiveres Bild: Drei Viertel von ihnen (75%) geben an, dass sie ihren Lebensstandard seit der Pensionierung halten konnten. Die aktuell Erwerbstätigen sehen ihre finanzielle Zukunft somit deutlich pessimistischer als die Pensionierten ihre finanzielle Gegenwart. Das ist kaum verwunderlich, denn die heutigen Pensionierten wurden oft unter vorteilhafteren Rahmenbedingungen pensioniert.

Die grössten Sorgen der Erwerbstätigen
Als grösstes Risiko für die eigene Altersvorsorge sieht die Erwerbsbevölkerung Krankheit und Unfall: 52% der Befragten nennen diesen Faktor. Ebenfalls weit verbreitet sind Sorgen über die Inflation (38%) und Phasen der Erwerbslosigkeit (29%). Einen Börsencrash als Vorsorgerisiko befürchten 21%.
Die faktischen Risiken der Pensionierten
Die Bilanz der Pensionierten fällt rückblickend anders aus: Sie nennen am häufigsten als Beeinträchtigung ihrer Altersvorsorge eine Trennung oder Scheidung (22%), gefolgt von Krankheit und Unfall (17%), Familiengründung (15%) oder Phasen der Erwerbslosigkeit (14%). 37% haben keine nennenswerte Beeinträchtigung der eigenen Vorsorge erlebt, bei den Erwerbstätigen gilt das nur für 9%. «Die Sorgen der Erwerbstätigen fallen also deutlich grösser aus als die tatsächlich erlebten Beeinträchtigungen der heutigen Pensionierten. Anscheinend stellt sich die aktuelle Generation der Erwerbstätigen auf schwierigere Rahmenbedingungen für ihre Altersvorsorge ein», kommentieren die Autoren der Sicherheitsstudie.
Frühzeitig handeln – und Risiken abfedern
Doch auch wenn die Pensionierten rückblickend viele Risiken positiver beurteilen als die Erwerbstätigen, so schätzen sie doch die Risiken Scheidung, Krankheit oder Unfall, Familiengründung und Arbeitslosigkeit als erheblich ein. Dies ist ein eindrucksvoller Beweis für die Notwendigkeit einer Vorsorgeäberatung. Zwar kann man sich nur gegen Krankheit und Unfall direkt versichern. Doch auch die anderen Lebensereignisse lassen sich mit einer frühzeitigen Vorsorgeplanung und konsequentem Handeln zumindest abfedern.

Anlagestrategie: konservativ
Interessant ist, dass sich zwar 21% der Erwerbstätigen vor einem Börsencrash fürchten, jedoch nur 4% der Pensionierten tatsächlich relevante Verluste gemacht haben. Dieses Risiko wird also offenbar stark überschätzt. Dazu passt, dass die Schweizer Erwerbsbevölkerung allgemein eher vorsichtig anlegt – und damit insbesondere bei längerfristigen Investments viel Renditepotenzial verschenkt. Der Wunsch nach Sicherheit wird so zum Risiko verpasster Renditechancen.
Bei der Säule 3a wagen Junge mehr Risiko
Beim sehr langfristig investierten Säule-3a-Vermögen wählen rund 45% ein niedriges oder sehr niedriges Risikoprofil, während nur 27% auf ein hohes oder sehr hohes Risiko setzen. Immerhin wählen in der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen 35% ein höheres Risiko, bei den 51- bis 65-Jährigen sind es gerade einmal 20%. Dies spiegelt den längeren Anlagehorizont der jüngeren Personen wider: Sie können auf lange Sicht Kursschwankungen besser ausgleichen und sind deshalb eher bereit, auf Aktien zu setzen. Zusätzlich nutzen jüngere Personen eher digitale Vorsorgelösungen, die den Zugang zu Wertschriftenlösungen vereinfachen.

Fazit
Bei der Altersvorsorge besteht grosser Handlungsbedarf – so die Ansicht der Menschen in der Schweiz: Mehr als die Hälfte von ihnen befürchtet, ihren Lebensstandard im Alter nicht mehr halten zu können. Ähnlich viele Menschen identifizieren Krankheit oder Unfall als grösstes Risiko für ihre persönliche Altersvorsorge. Es kann buchstäblich jeden treffen.
«Trotz dieser Sorgen legt die Mehrheit ihre privaten Vorsorgegelder eher risikoarm an. Angesichts des langen Anlagehorizonts kann genau diese Vorsicht jedoch zum Risiko für eine ausreichende Altersvorsorge werden», heisst es im Fazit der Sicherheitsstudie. Die zentrale Herausforderung bestehe darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rendite und Risiko zu finden: «Sicherheit bedeutet dabei nicht nur, Risiken zu meiden, sondern auch, die richtigen Risiken zum passenden Zeitpunkt einzugehen.»
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