So denkt die Schweiz über finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge

«Wie wird es mir im Alter ergehen?», «Kann ich meinen Lebensstandard noch halten?» oder «Gibt es Ereignisse, die meine Zukunftspläne gefährden?» Solche Fragen treiben die Menschen in der Schweiz aktuell stark um, so ein Kernergebnis der neu publizierten «Sicherheitsstudie 2026». Das Forschungsinstitut Sotomo hat diese in Zusammenarbeit mit Zurich Schweiz erstellt.
Eine Hand hält zwei Personen, die nebeneinander sitzen, und eine Hälfte einer Kugel.

Unsicherheit: Kann ich meinen Lebensstandard im Alter halten? 

In diesem Jahr beschäftigt sich die Sicherheits­studie intensiv mit der Zukunfts­planung der Menschen in der Schweiz. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Sorge um den Lebens­standard nach der Pensionierung: Nur 46% der befragten Erwerbs­tätigen fühlen sich im Hinblick auf ihre finanzielle Absicherung fürs Alter sicher – rund die Hälfte empfindet Unsicherheit. Ebenfalls geht nur gut die Hälfte der Erwerbs­bevölkerung (53%) davon aus, den Lebens­standard im Alter halten zu können. Lediglich 11% sind sich dessen sicher.

Lebensstandard: Pensionierte sind optimistischer als Erwerbstätige

Die heutigen Pensionierten zeichnen hingegen ein deutlich positiveres Bild: Drei Viertel von ihnen (75%) geben an, dass sie ihren Lebens­standard seit der Pensionierung halten konnten. Die aktuell Erwerbs­tätigen sehen ihre finanzielle Zukunft somit deutlich pessimistischer als die Pensionierten ihre finanzielle Gegenwart. Das ist kaum verwunderlich, denn die heutigen Pensionierten wurden oft unter vorteilhafteren Rahmen­bedingungen pensioniert.

Grafik zeigt Erwartungen und Realität zum Lebensstandard nach der Pensionierung mit Balkendiagrammen.

Die grössten Sorgen der Erwerbstätigen

Als grösstes Risiko für die eigene Alters­vorsorge sieht die Erwerbsbevölkerung Krankheit und Unfall: 52% der Befragten nennen diesen Faktor. Ebenfalls weit verbreitet sind Sorgen über die Inflation (38%) und Phasen der Erwerbslosigkeit (29%). Einen Börsencrash als Vorsorgerisiko befürchten 21%. 

Die faktischen Risiken der Pensionierten

Die Bilanz der Pensionierten fällt rückblickend anders aus: Sie nennen am häufigsten als Beeinträchtigung ihrer Alters­vorsorge eine Trennung oder Scheidung (22%), gefolgt von Krankheit und Unfall (17%), Familien­gründung (15%) oder Phasen der Erwerbslosigkeit (14%). 37% haben keine nennens­werte Beeinträchtigung der eigenen Vorsorge erlebt, bei den Erwerbstätigen gilt das nur für 9%. «Die Sorgen der Erwerbstätigen fallen also deutlich grösser aus als die tatsächlich erlebten Beeinträchtigungen der heutigen Pensionierten. Anscheinend stellt sich die aktuelle Generation der Erwerbstätigen auf schwierigere Rahmen­bedingungen für ihre Alters­vorsorge ein», kommentieren die Autoren der Sicherheitsstudie.  

Frühzeitig handeln – und Risiken abfedern

Doch auch wenn die Pensionierten rückblickend viele Risiken positiver beurteilen als die Erwerbstätigen, so schätzen sie doch die Risiken Scheidung, Krankheit oder Unfall, Familien­gründung und Arbeitslosigkeit als erheblich ein. Dies ist ein eindrucksvoller Beweis für die Notwendigkeit einer Vorsorge­äberatung. Zwar kann man sich nur gegen Krankheit und Unfall direkt versichern. Doch auch die anderen Lebens­ereignisse lassen sich mit einer frühzeitigen Vorsorgeplanung und konsequentem Handeln zumindest abfedern.  

Grafik zeigt Risikobereitschaft bei Anlagen der Säule 3a

Anlagestrategie: konservativ

Interessant ist, dass sich zwar 21% der Erwerbstätigen vor einem Börsen­crash fürchten, jedoch nur 4% der Pensionierten tatsächlich relevante Verluste gemacht haben. Dieses Risiko wird also offenbar stark überschätzt. Dazu passt, dass die Schweizer Erwerbs­bevölkerung allgemein eher vorsichtig anlegt – und damit insbesondere bei längerfristigen Investments viel Rendite­potenzial verschenkt. Der Wunsch nach Sicherheit wird so zum Risiko verpasster Renditechancen. 

Bei der Säule 3a wagen Junge mehr Risiko

Beim sehr langfristig investierten Säule-3a-Vermögen wählen rund 45% ein niedriges oder sehr niedriges Risikoprofil, während nur 27% auf ein hohes oder sehr hohes Risiko setzen. Immerhin wählen in der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen 35% ein höheres Risiko, bei den 51- bis 65-Jährigen sind es gerade einmal 20%. Dies spiegelt den längeren Anlage­horizont der jüngeren Personen wider: Sie können auf lange Sicht Kurs­schwankungen besser ausgleichen und sind deshalb eher bereit, auf Aktien zu setzen. Zusätzlich nutzen jüngere Personen eher digitale Vorsorge­lösungen, die den Zugang zu Wertschriften­lösungen vereinfachen.  

Diagramm über Risiken und Beeinträchtigungen der Altersvorsorge, mit verschiedenen Kategorien und Prozenten.

Fazit

Bei der Altersvorsorge besteht grosser Handlungsbedarf – so die Ansicht der Menschen in der Schweiz: Mehr als die Hälfte von ihnen befürchtet, ihren Lebens­standard im Alter nicht mehr halten zu können. Ähnlich viele Menschen identifizieren Krankheit oder Unfall als grösstes Risiko für ihre persönliche Altersvorsorge. Es kann buchstäblich jeden treffen.  

«Trotz dieser Sorgen legt die Mehrheit ihre privaten Vorsorgegelder eher risikoarm an. Angesichts des langen Anlage­horizonts kann genau diese Vorsicht jedoch zum Risiko für eine ausreichende Alters­vorsorge werden», heisst es im Fazit der Sicherheitsstudie. Die zentrale Heraus­forderung bestehe darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rendite und Risiko zu finden: «Sicherheit bedeutet dabei nicht nur, Risiken zu meiden, sondern auch, die richtigen Risiken zum passenden Zeitpunkt einzugehen.»

Mit Zurich die Zukunft aktiv gestalten

Eine umfassende Vorsorgeberatung ist wertvoll, um die richtigen Entscheidungen für die finanzielle Zukunft zu treffen. Die Expertinnen und Experten von Zurich beraten engagiert und kompetent zu allen Fragen der Vorsorge und Pensionsplanung. 

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