Radon

Radon

Unsichtbare Gefahr

Nach Rauchen ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in der Schweiz. Bereits eine Bodenplatte aus wasserdichtem Beton bietet sicheren und günstigen Schutz.

Wer in früheren Zeiten baute, versetzte oft einen Ameisenhaufen an den geplanten Standort. Wanderten die Ameisen weg, wurde dort gebaut. Blieben sie, wählte man einen anderen Ort zum Bauen. So besagen es die Überlieferungen Heute ist wissenschaftlich bewiesen, dass Waldameisen ihre Nester bevorzugt auf sogenannten Störzonen anlegen, also über Rissen und Klüften, wo oft natürliche Gase wie Radon aus dem Boden steigen.

Unsere Ahnen schienen zu wissen: Ameisen mögen Orte, die der Mensch meiden sollte. Denn wenn Radon – unsichtbar und geruchlos – aus dem Erdreich strömt, wird es gefährlich. Es entsteht laufend aus dem natürlichen Zerfall von radioaktivem Uran, das in kleinen Mengen überall im Untergrund vorhanden ist.

Je durchlässiger der Untergrund, desto eher kann Radon aufsteigen. Daher ist bei Bauten auf porösem Untergrund, über Spalten, Klüften, Schutthalden oder Karstgebieten Vorsicht geboten. Aufgrund ihrer Topographie ist die Schweiz besonders betroffen, im Alpenraum und im Jura ist die Radonkonzentration am höchsten. Aber auch im Mittelland sind Gebäude vereinzelt hoch belastet. Denn Radon kann überall – und lokal sehr unterschiedlich – vorkommen: So kann ein Gebäude kaum, das identische Nachbarhaus hingegen sehr belastet sein.

Besonders Räume im Unter- und Erdgeschoss haben ein erhöhtes Radonrisiko. Durch undichte Stellen in erdberührenden Böden und Wänden gelangt Radon ins Hausinnere. Vor allem im Winter entsteht durch den sogenannten «Kamineffekt» eine Sogwirkung: Beheizte Luft, die im Haus aufsteigt, bewirkt im Keller und den untersten Stockwerken einen kaum spürbaren Unterdruck. Verstärkt durch Ventilatoren oder Cheminées zieht dieser Sog Radon und andere Gase in obere Stockwerke, sofern Unter- und Erdgeschoss nicht durch luftdichte Türen abgeschlossen sind. 

Vor allem bei Neubauten und Renovationen empfiehlt sich, die Radonbelastung zu überprüfen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt eine Liste anerkannter Radonmessstellen zum Bezug und zur Auswertung von Dosimetern zur Verfügung. Kosten: 70 bis 100 Franken. Wird der Grenzwert überschritten, sollte ein Experte beigezogen werden. 

Für einen radonsicheren Neubau mit geschlossener Bodenplatte rechnet man mit Zusatzkosten von rund 2’000 Franken pro Einfamilienhaus, für eine Radonsanierung mit 4’000 bis 8’000 Franken.

Analyse starten Zurück zur Startseite

Naturgefahren der Schweiz

BackToTop