Sturz

STURZ (STEIN- UND BLOCKSCHLAG, FELS- UND BERGSTURZ)

STEINHARTE ZERSTÖRUNGSKRAFT

Steinschläge verursachen in der Schweiz Schäden in Millionenhöhe. Fels- und Bergstürze kündigen sich vorher meist an, Steinschläge hingegen nicht.

Bei einem Steinschlag stürzen einzelne Steine oder tonnenschwere Blöcke ab. Dabei erreichen sie Geschwindigkeiten von 150 km/h und mehr. Bereits ein kleiner Stein kann zu einem gefährlichen Geschoss werden. Steinschläge sind sehr schwer vorauszusagen und können in entsprechenden Gefahrengebieten jederzeit vorkommen. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich jedoch bei Dauernässe, wenn es nachts gefriert und tagsüber wieder auftaut, oder wenn der Permafrost schmilzt.

Brechen 100 Kubikmeter Gestein oder mehr weg, spricht man von einem Felssturz. Felsstürze kündigen sich oft über Tage oder Wochen an, durch Steinschlag oder sich langsam öffnende Spalten. Dank Frühwarnanlagen, Lasertechnologie und drahtlosen Sensornetzwerken lassen sich heute schon kleinste Veränderungen messen und entsprechende Warnungen herausgeben. So können die Behörden die Gefahrenzonen oft rechtzeitig absperren und evakuieren.

Stürzen mehr als eine Million Kubikmeter Fels ab, spricht man von einem Bergsturz. Ein solcher ist eher selten, birgt aber aufgrund seiner gigantischen Masse ein hohes Gefahrenpotenzial. Der Flimser Bergsturz vor rund 9500 Jahren ist eines der weltweit grössten bekannten Beispiele eines Bergsturzes. Das Gebiet von Ilanz bis Chur, rund 30 Kilometer, wurde mit der Sturzmasse bedeckt. Der Rhein hat sich durch diese Massen hindurchgearbeitet und bildete so die Rheinschlucht zwischen Reichenau und Ilanz. Die Tumen in Domat/Ems zeugen noch heute von diesem Ereignis. Das jüngste Bergsturzereignis fand in Randa im Mattertal statt: 1991 donnerten 30 Millionen Kubikmeter Fels zu Tal und stauten den Fluss Vispa auf.

Ähnlich wie Felsstürze kündigen sich auch Bergstürze an. Besonders gefährdet sind die inneralpinen Gebiete der Schweiz, vor allem in den Kantonen Wallis, Graubünden, Tessin, Glarus, der Zentralschweiz und im Berner Oberland. Für Schäden durch Steinschlag oder Felssturz an Strassen oder Bahngleisen kommen der Bund sowie die betroffenen Kantone und Gemeinden auf.

Analyse starten Zurück zur Startseite