In der Pensionskasse steckt der grösste Teil meines Vermögens – warum muss ich das wissen?

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In der Pensionskasse steckt der grösste Teil meines Vermögens – warum muss ich das wissen?

Das Geld aus der 2. Säule, der Pensionskasse, bildet oft den grössten Baustein für das Einkommen im Alter. Für eine gute Absicherung sollte jede und jeder von uns möglichst genau wissen, aus welcher Säule wie viel Geld fliessen wird. So kann man für die Zukunft planen und mögliche Lücken schliessen.
In der Pensionskasse steckt für viele Erwerbstätige der grösste Teil ihres Vermögens: Dort sparen sie Kapital für ihre Pensionierungs­zeit an. Oft kommen mehrere hunderttausend Franken zusammen. Doch der Mehrheit, nämlich 57% der Berufstätigen, ist gar nicht bewusst, dass das Geld ihnen selbst gehört. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Fairplay-Studie, welche die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG und die Vita Sammelstiftungen gemeinsam mit dem Forschungs­institut Sotomo erarbeitet haben. Ein wichtiger Grund für diese Auffassung: Das Geld für die Pensionskasse wird direkt vom Lohn abgezogen. So spürt man es weniger.

Für sich selbst sparen

Dabei ist das Kapital aus der Pensionskasse für viele Menschen die wichtigste Quelle ihres Einkommens im Alter: Daraus wird die Rente aus der 2. Säule finanziert. Die Pensions­kassengelder können unter gewissen Voraussetzungen aber auch für den Start in die Selbstständigkeit oder den Kauf eines Eigenheims verwendet werden.

Bei der Rente aus der 2. Säule spart jede und jeder für sich selbst – theoretisch. Denn momentan können die Renten­versprechen aus der Vergangenheit nicht mehr vollständig finanziert werden, u.a. wegen der steigenden Lebenserwartungen und der niedrigen Zinsen.

2. Säule: ungewollte Umverteilung

Deshalb bleibt den Pensionskassen nichts anderes übrig, als die Renten der heutigen Pensionäre aus den Anlageerträgen der aktuell Berufstätigen querzufinanzieren. Laut einer Studie des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen (HSG) aus dem Jahr 2021 werden im Schnitt bei jedem berufstätigen Beitrags­zahler bzw. jeder Beitragszahlerin jährlich rund CHF 1’000 umverteilt. Je nach Situation kann es auch Lücken in der 2. Säule geben – aufgrund von Arbeitslosigkeit, Teilzeit, Auslands­aufenthalten oder weil man erst im Erwachsenenalter in die Schweiz gekommen ist. 

1. Säule: Finanzierungslücke droht

Auch die 1. Säule, die AHV, steht vor grossen Herausforderungen. Ihre Renten werden alle aus einem grossen Topf bezahlt – basierend auf dem sogenannten Umlageverfahren. Dieses stammt aus einer Zeit, als die Menschen viele Kinder hatten und es entsprechend viel mehr junge Arbeits­kräfte als Rentner bzw. Rentnerinnen gab. Schon heute besteht eine Finanzierungs­lücke. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird diese noch grösser. Gleichzeitig kann es – wie in der 2. Säule – auch in der 1. Säule zu individuellen Beitrags­lücken kommen: Die volle AHV-Rente erhält nur, wer 44 Jahre (Männer) resp. 43 Jahre (Frauen) lang ohne Unterbrechung Beiträge eingezahlt hat.

Reicht das Geld aus der 1. und 2. Säule?

Was bedeutet das für uns als Versicherte? Das 3-Säulen-System der Schweizer Vorsorge gehört zu den besten der Welt. Doch die 1. Säule (AHV) und die 2. Säule (berufliche Vorsorge) müssen reformiert werden, damit sie auch in Zukunft tragfähig sind. Ausserdem haben viele Menschen die eine oder andere Lücke in der staatlichen Vorsorge oder in der beruflichen Vorsorge. Als Faustregel gilt: Aus der 1. und 2. Säule zusammen kann man mit etwa 60% des bisherigen beruflichen Einkommens rechnen – falls es keine grösseren Lücken gibt. Ohne eine Reform der beiden ersten Säulen wird dieser Betrag in Zukunft sinken.

Wer sich schlau macht, ist besser abgesichert

Es ist wichtig, Vorsorge zum Thema zu machen und sich damit auseinanderzusetzen: Wie sieht meine persönliche Vorsorge­situation aus? Welche Auszahlungen kann ich aus der 1. und 2. Säule überhaupt erwarten? Ist dieses Einkommen für mich ausreichend oder möchte ich mehr Geld zur Verfügung haben? Falls ich mir mehr finanzielle Freiheit wünsche, bietet mir die 3. Säule viele Möglichkeiten, Geld zu sparen bzw. anzulegen.

Eine individuelle Vorsorgeberatung, z.B. bei Zurich, schafft Übersicht über die drei Säulen und zeigt Möglichkeiten auf, um die persönliche Vorsorge­situation zu verbessern. Denn nur wer Vorsorge versteht, kann seine Zukunft selbst in die Hand nehmen. Machen wir Vorsorge zum Thema!

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