Glamping: Naturferien mal anders

Glamping: Naturferien mal anders

Direkt am Wasser, im Wald oder in den Bergen schlafen – ein Traum für Naturfreunde und Familien. Bei Kindern sind vor allem Campingplätze sehr beliebt. Bei Eltern weniger: Sie wünschen sich ein bisschen Luxus. Glamping vereint das Beste aus beiden Welten – erfahren Sie hier mehr.

Beim Thema «Camping» scheiden sich die Geister: Die einen fürchten nasse Zelte, leere Luftmatratzen, extreme Hitze und Warteschlangen in Gemeinschaftstoiletten. Die anderen denken an ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit und Natur. Sie schlafen auf dem eigenen Laken und an der frischen Luft, legen gerne ein Steak aufs Feuer und sind begeistert von der Einfachheit und Ruhe – sie campen um des Campings willen. Es ist ihr Hobby.

Ferien? Aber natürlich!

Zelt oder Suite, Luftbett oder Kingsize, Kerze oder Kronleuchter – Ferienwünsche sind etwas ganz Persönliches. Doch es gibt einen klaren Trend, der zeigt, dass die Nachfrage nach Naturferien steigt. Im zunehmend hektischen Alltag sehnen sich viele Menschen nach Entschleunigung und sie suchen nach Ruhe und Entspannung in der Natur. Erholung bedeutet für sie eher, morgens mit Vogelgezwitscher aufzuwachen, als nachts in der Stadt umherzuziehen.

Camping in der Schweiz

In der Schweiz gibt es knapp über 400 Campingplätze. 2016 betrug die Anzahl der Übernachtungen 2,79 Millionen, wobei der Trend in den letzten fünf Jahren konstant abgenommen hat. Von 2015 auf 2016 konnte hingegen wieder ein leichter Aufstieg vermerkt werden. Entsprechend zeigt sich auch auf den Campingplätzen, dass sich der Schweizer Tourismus nach schwierigen Jahren wieder im Aufwind befindet. 64 Prozent der Campinggäste sind aus der Schweiz, 14 Prozent kommen aus Deutschland und 8 Prozent aus den Niederlanden. Die weitaus beliebteste Region für Camping ist das Tessin, gefolgt von Wallis, Berner Oberland und Graubünden (Informationsquelle: www.camping.info).

Camping: feuchte Kleider und nasse Füsse? Nein, danke!

Insbesondere Naturliebhaber und Familien mögen das Camping: vom einfachen Zelten in der freien Natur bis zu Aufenthalten mit gut ausgestatteten Wohnwagen oder Reisemobilen. Vor allem Kinder fühlen sich auf Campingplätzen sehr wohl, denn dort finden sie schnell Freunde zum Spielen. Im Zelt schlafen – kollektiv duschen? Die meisten Kinder finden das toll und abenteuerlich, doch viele Eltern schaudern. Es ist ihnen zu unbequem, zu anstrengend, zu unpersönlich und – bei Regen – auch viel zu nass. Deshalb kommen Ferien ohne «Verwöhnaroma» für sie nicht infrage. Ähnlich geht es vielen Geschäftsleuten, auch sie möchten in ihren Ferien relaxen und keine Zelte aufbauen oder Luftmatratzen aufblasen. Natur ja, aber bitte mit dem Komfort eines Hotels.

Glamping: Champagner inklusive. Ja, gerne!

Genau diesem Wunsch entspricht die Tourismusbranche immer stärker und wartet mit weltweit schönen und luxuriösen Unterkünften direkt in der Natur auf: Zirkuswagen, Mobilheime, Chalets, Tipis, Jurten, Safarizelte oder sogar Baumhütten. Auch die Campingplatzbesitzer bieten immer häufiger luxuriöse und komfortable Unterkünfte mit Federkernmatratze, Kaminofen und Badezimmer an. Das Luxuscamping läuft unter dem Stichwort «Glamping», zusammengesetzt aus den Begriffen «glamourous» und «camping». Das glamouröse Camping boomt auch in der Schweiz: Am Zürichsee zum Beispiel werden luxuriöse Safarizelte angeboten – mit Champagner zum Frühstück. Die beliebteste Region für Glamping ist Zurich, gefolgt von den Kantonen Bern, St. Gallen, Aargau und Vaud (Informationsquelle: www.glamping.info).

DIY-Glamping: mehr ist manchmal mehr

Die Nachfrage nach Glamping-Unterkünften zeigt, dass Luxus in der Natur gewünscht wird. Allerdings sind die Unterkünfte wie Hotels an festen Orten installiert und mit dem angebotenen Luxus steigen auch die Übernachtungspreise. Wer mehr Freiheiten will, hilft sich mit DO-IT-YOURSELF-Glamping, kurz DYI-Glamping: Der Camper nimmt nicht nur das Nötigste mit, sondern wertet sein Equipment auf. Er stattet sein Reisemobil oder den Wohnwagen mit bequemem Bettzeug, Espressomaschine, Tischtusch, Servietten und Champagnergläsern aus. Dazu kommen noch Loungebetten, Grill und Dekolampen für den Aussenbereich, …

Mit Wertsachen unterwegs

Wenn Sie wertvolle Sachen wie Handys und portable Navigationsgeräte mit in den Urlaub nehmen, lohnt sich die Zusatzversicherung «einfacher Diebstahl auswärts» in der Hausratversicherung. Sie deckt Ihre Sachen bis zur vereinbarten Versicherungssumme, in der Regel sind dies 2‘000 Schweizer Franken. Reicht Ihnen das nicht, können Sie mit der «Superdiebstahl»-Deckung in der Zurich Hausratversicherung für unterwegs Ihre Diebstahlversicherungssumme verdoppeln. Die Deckung «Superdiebstahl» kommt ab einer Distanz von 50 Kilometern zum Tragen. Gleichzeitig sind Ihre Sachen auch gegen Beschädigungen geschützt. Für eine höhere Deckung, zum Beispiel für wertvollen Schmuck oder eine Fotoausrüstung, empfiehlt sich eine Wertsachenversicherung. Dennoch: Wertvolle Gegenstände, die Sie nicht an sich tragen, gehören immer in ein Schliessfach – zum Beispiel an der Rezeption des Campingplatzes.

Schweizer kaufen Reisemobile

Wer seinen Glamping-Urlaub selber gestaltet, verbindet Natur und Luxus mit Freiheit und Spontaneität. Diese Art von Ferien wird auch in der Schweiz immer beliebter. Laut Camping.Info (www.camping.info) ist die Zahl der Wohnwagen in der Schweiz zwar stabil, doch bei den Reisemobilen gibt es einen klaren Aufwärtstrend. Seit dem Jahr 2007 hat die Anzahl registrierter Reisemobile um 44 Prozent zugenommen, 2016 überschritt ihre Anzahl die Grenze von 50’000 Stück. Typisch für Caravanreisende ist, dass sie zwei bis drei Wochen auf einem Campingplatz bleiben, während Reisemobilfahrer längere Strecken fahren und häufiger den Campingplatz wechseln. Der Verkaufsboom für Reisemobile ist übrigens ein europaweiter Trend. Das heutige Camping hat sich jedoch stark verändert und hat nicht mehr viel mit dem Zelten von vor 25 Jahren zu tun.

Schweizer kaufen immer mehr Reisemobile

WICHTIG

Das richtige Beladen eines Autos, Wohnwagens oder Reisemobils ist das A und O für eine sichere Fahrt. Ausserdem gibt es Zuladungslimiten für alle Fahrzeuge. Überladen Sie Ihre Fahrzeuge nicht, ansonsten kommt Ihnen der mitgebrachte Luxus teuer zu stehen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, empfiehlt es sich, Ihr Fahrzeug auf einer Rampe zu wiegen. Erfahren Sie mehr über fachgerechtes Laden bei TCS.

Campingplätze: Waschraum teilen, Bett nicht

Wer mit einem Wohnwagen oder einem Reisemobil unterwegs ist, kommt in den meisten Ländern Europas um einen Campingplatz nicht herum, denn wildes Kampieren ist entweder verboten oder nur unter strengen Auflagen gestattet. Allerdings sind die Campingplätze sehr unterschiedlich: Von einer einfachen Wiese mit Waschhaus bis zu gut ausgestatteten Minidörfern mit  Supermärkten, Restaurants, Schwimmbad, Sauna, Fernseh- und Fitnessraum sowie WLAN gibt es alles.

ÜBRIGENS

Wer gut essen möchte, braucht nicht immer ein Sterne-Restaurant in seiner Nähe zu haben. Wie heisst es so schön in dem bekannten Film «Julie & Julia»: «Für ein gutes Essen musst du keine Meisterleistung hinlegen, du brauchst nur frische Zutaten.» Auch auf dem Campingplatz kann man sich selbst kulinarisch verwöhnen: Oft gibt es regionale Märkte, die neben Gemüse und Früchten auch hausgemachte Pasta und den täglichen Fang aus dem Meer anbieten. Ein paar Garnelen in etwas Butter anbraten, dazu frische Pasta – das ist die reinste Gaumenfreude!

In der Regel ist es günstiger, auf Campingplätzen zu übernachten als in Hotels; die Preise haben sich allerdings in den begehrten Urlaubsregionen und bei komfortablen Angeboten in der Hauptsaison angenähert.

Preise in Europa

Fahren mit Wohnwagen oder Reisemobil

Egal, ob mit Wohnwagen oder Reisemobil – wer sich mit einem Gesamtgewicht von rund 3’000 Kilogramm auf die Strasse begeben möchte, muss beim Fahren einiges beachten. Hier die wichtigsten Hinweise:

  • Nehmen Sie die ganze Strassenbreite in Anspruch: Besonders im Kreisverkehr und beim Abbiegen brauchen die Anhänger mehr Raum als das Auto.
  • Holen Sie weit aus beim Manövrieren: Wenn Sie um eine Ecke fahren, achten Sie darauf, dass Sie erst dann das Lenkrad einschlagen, wenn das Rad des Anhängers die Ecke ebenfalls erreicht hat. Biegen Sie vorher ab, schafft der Wohnwagen die Kurve nicht.
  • Wenn Sie rückwärtsfahren, müssen Sie das Lenkrad nach rechts drehen, um den Anhänger nach links zu lenken (in Fahrtrichtung): Lenken Sie vorausschauend und planen Sie Ihr Manöver vor dem Losfahren.
  • Bremsen Sie sanft und frühzeitig. Autos mit viel Last haben einen längeren Bremsweg als nicht beladene Autos im Alltag. Ausserdem müssen Kurven mit einem beladenen Auto langsamer befahren werden.
  • Andere Verkehrsteilnehmer zu überholen ist mit einem Anhänger um einiges schwieriger: Fahren Sie geduldig hinterher, bis Sie eine übersichtliche Stelle erreichen und absolut kein Gegenverkehr kommt.

Tipp

Nehmen Sie eine zweite Person mit, die Ihnen hilft, Dinge hinter dem Wohnwagen zu sehen. Diese muss daran denken, auch nach oben zu schauen – Bäume und Äste können den Wohnwagen ebenso beschädigen wie Randsteine.

Kontrollieren Sie alles sorgfältig, bevor Sie losfahren

Prüfen Sie alle Anschlüsse zwischen Ihrem Auto und dem Wohnwagen: Ist der Sicherheitsknopf auf Grün, der Hebel fest angedrückt, das Elektrizitäts- und Bremskabel angeschlossen und gesichert (dürfen Boden nicht berühren), das Bugrad eingezogen und gefestigt, die Handbremse des Wohnwagens gelöst? Anschliessend kontrollieren Sie Beleuchtung und Blinker an Auto und Wohnwagen, schalten den Kühlschrank auf die Autobatterie, drehen die Gasflaschen zu, schliessen alle Türen, Schränke, Schubladen, Fenster und Dachluke des Wohnwagens und prüfen, ob die Ladung gegen Rutschen gesichert ist. Eventuell müssen Sie noch den Reifendruck anpassen (inkl. Reserverad): Hinterräder am Zugfahrzeug 0,3 bis 0,5 bar über den Sollwert pumpen. Der Reifendruck beim Anhänger muss in der Regel 3,5 bis 4,0 bar betragen. Stellen Sie die Seitenspiegel richtig ein und geniessen Sie Ihre Ferien.

Tipp für Anfänger

Machen Sie sich für jeden Bereich eine Checkliste und zählen Sie die Punkte, die Sie vor der Abfahrt prüfen müssen. Erst wenn Sie auf die gleiche Zahl kommen, fahren Sie los. Zum Beispiel Anhänger: Knopf, Hebel, Bremskabel, Elektrizität, Bugrad, Handbremse – sechs Punkte. Wohnwagen: Fenster, Dachluken, Kühlschrank, Gas, Küchenschubladen, Schrank, Badezimmerkästen, Wasserhähne, Wohnwagentüre, Schliessfächer aussen – zehn Punkte.